Im Trend: Großeltern zum "Ausleihen"

Unterstützung Ältere Menschen stellen eine große Hilfe für Familien mit Kindern dar

Die einen sind beruflich so eingespannt, dass sie auf eine Unterstützung bei der Betreuung ihrer Kinder angewiesen sind. Doch diese zu finden, ist mitunter alles andere als einfach. Die anderen haben keine kleinen Enkelkinder, würden aber gerne als Oma oder Opa fungieren und ihre Zeit auf diese Weise sinnvoll investieren. Was liegt also näher, als die Interessen beider Seiten zugunsten aller Beteiligten zu verbinden? Folglich verwundert es nicht, dass das Modell "Senioren für die Kinderbetreuung" zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Die richtige Leih-Oma finden

Die Nachfrage besteht, das Angebot ebenfalls. Stellt sich nur die Frage, wie beide Seiten zueinander finden? In der Regel vermitteln lokale Organisationen die beliebten "Großeltern auf Zeit". Zahlreiche deutsche Kommunen verfügen bereits über ein Netzwerk von Vermittlungsstellen, an die sich Eltern wie Senioren wenden können. Dazu gehören insbesondere Wohlfahrtsverbände, Freiwilligenagenturen, die örtlichen Jugendämter sowie private und kirchliche Einrichtungen. Aber wer eignet sich zur Leih-Oma oder zum Leih-Opa? Grundsätzlich bedarf es keiner speziellen Voraussetzungen, um sich zu bewerben. Entscheidend ist, dass die Großeltern in spe ihre Zeit gerne mit Kindern verbringen. Darüber hinaus fordern viele Vermittlungsdienste ein polizeiliches Führungszeugnis. Ebenfalls üblich ist, dass sowohl die interessierten Eltern als auch Senioren einen Fragebogen zu ihren Wünschen und Vorstellungen ausfüllen. Und schließlich spielt der Sympathiefaktor eine maßgebliche Rolle.

Gegenseitige Rechte und Pflichten klären

Wichtig ist zudem, dass sich beide Seiten vorab Klarheit über die gegenseitigen Rechte und Pflichten verschaffen. Das Thema Versicherung spielt hier eine zentrale Rolle. "Denn unabhängig davon, ob es einen Betreuungsvertrag gibt und in welchem Arbeitsverhältnis die Leih-Oma steht, geht die Aufsichtspflicht für die Kinder von den Eltern auf sie über", betont Matthias Schlusche, Haftpflicht-Experte bei den Ergo Direkt Versicherungen.

Entgeltliche Beschäftigung - ja oder nein?

Ob die "alte" Generation unentgeltlich, gegen Bezahlung oder zumindest für eine Aufwandsentschädigung tätig wird, ist Verhandlungssache. Die Entscheidung hat jedoch Folgen: Ist die Leih-Oma beispielsweise auf der Basis eines Minijobs im Einsatz, fällt für den Auftraggeber eine pauschale Abgabe an. Der Grund: Es liegt eine geringfügige Beschäftigung im Privathaushalt vor. Eine Konstellation mit Vorteilen. Zum einen können die Eltern die Kinderbetreuungskosten größtenteils als Sonderabgabe steuerlich geltend machen. Zum anderen genießt die Wahl-Oma den Schutz durch die automatisch eintretende gesetzliche Unfallversicherung. Übrigens: Das Gleiche gilt für jene, die im Auftrag einer Wohlfahrtsorganisation und somit ehrenamtlich tätig sind.