Immer mehr Azubis brechen die Ausbildung ab

Negativtrend IHK sieht immer häufiger Informationslücken bei Abbrechern

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Foto: Karsten Repert

Plauen/Auerbach. Auszubildende im Vogtland. Sie werden gesucht, umworben und trotzdem gibt es viel zu viele Abbrüche. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) in Berlin hat die Einstellungszahlen der Azubis bundesweit ausgewertet.

Sofort hat man in der Regionalkammer der Industrie- und Handelskammer in Plauen die Arbeit aufgenommen. Denn: "Über den gesamten Einstellungsjahrgang gab es 75 Vertragsauflösungen", lässt Referatsleiter Siegmar Degenkolb wissen. Zum Stichtag (31. Dezember 2016) waren in der Regionalkammer Plauen für das Ausbildungsjahr 578 Verträge eingetragen. Die Abbrecherquote ist also alarmierend. Vor allem, weil die Zahl steigt.

Über die Gründe lässt sich natürlich nur spekulieren. "Prinzipiell aber stellen wir immer wieder fest, dass es aufgrund der vielen freien Lehrstellen Jugendliche gibt, die sich mit der Branche und den Gegebenheiten zu wenig befassen", hatte Siegmar Degenkolb bereits vor einem Jahr eine Vorahnung. Nun bestätigt sich seine Prognose. Denn es gibt viele Enttäuschungen, wenn man mit falschen Erwartungen in die Lehrzeit startet.

Kathrin Tille vom Referat Berufsbildung teilt dazu mit: "Erfreulich ist, dass bei elf Azubis nach der Auflösung ein erneuter Vertrag eingetragen werden konnte. Zieht man diese Neuverträge ab, gab es trotzdem 64 Abbrüche." Der Ausbildungsmarkt zeigt sich aus der Sicht der IHK Chemnitz, Regionalkammer Plauen, im Ausbildungsjahr 2016 für die Bewerber verlässlich und stabil. Die Mehrheit arbeitet in den Branchen Metall/Elektro (195), Handel (113) sowie in kaufmännischen Berufen (96).