In Mühltroff "brennt" das Schloss

Geschichte Zur 650-Jahr-Feier wird ein Unglück nachgestellt

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Walter Schneider mit seinem Kollegen, der wohl "eingeschlafen" ist. Foto: Simone Zeh

Pausa-Mühltroff. Viele bunte Wimpelketten flattern in den Straßen von Mühltroff. Dabei lässt sich Nostalgisches und Kurioses entdecken: Das Hochzeitspaar aus Stroh, vor dem Gasthaus "Zum goldenen Löwen" sitzend, scheint auf die Gäste zu warten. Vor der Bäckerei steht ein lebensgroß gebautes "Kind" mit seinem Fahrrad. Überdimensional groß ist die Strohfrau, die Walter Schneider in seinem Garten aufgebaut hat.

Ein paar Meter weiter sitzt ein strohiger Bauarbeiter. "Der ist bei der Arbeit ein geschlafen", meint Schneider. Keine Frage, in Mühltroff ist das Festfieber ausgebrochen, denn am vergangenen Wochenende wurde das 650-jährige Bestehen gefeiert.

Der wichtigste Schauplatz des Festes wird das Schloss sein. Hier fand der historische Markt statt. Ringsum haben Ortsvorsteher Mario Taubner Wude und Hartmut Götz, beide gehören zum Schlossförderverein, Wimpelketten drapiert. Am Samstag gab es ein ganz besonderes Spektakel zu erleben.

Dieses Mal wurde er vom Feuer gerettet

Denn der Schlossbrand im Jahr 1817, bei welchem Schlossherr Otto Carl Erdmann von Kospoth zu Tode gekommen sein soll, wird nachgestellt. Taubner-Wude verrät: "Wir wollen aber Otto Carl Erdmann von Kospoth überleben lassen und mit der Drehleiter retten." Damals sollen 27 Feuerwehren beim Löschen beteiligt gewesen sein. Im Schloss kann man die Ausstellung "Entwicklung Mühltroffs vom 600. zum 650. Jubiläum" besichtigen. Verschiedene Bereiche des Schlosses stehen offen.