Innovation: Schlüsselloch-Chirurgie in 3D

Medizin Im Vogtland-Klinikum werden die Schnitte immer präziser

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Foto: Dr. Heinz Linke/Getty Images

Plauen. Kleinste Schnitte - große Wirkung: Die sogenannte Schlüssellochchirurgie in 3D kommt jetzt auch in der Urologischen Klinik am Helios Vogtland-Klinikum in Plauen zum Einsatz. Wohl schon seit längerem hatte das Unternehmen die Technik der 3D-Laparoskopie eingesetzt. Nun also auch in der Klinik für Urologie und Kinderurologie.

Wenig Schmerzen und schnelle Genesung

Die Vorteile für die Patienten sind enorm: Kleinste Wunden, wenig Schmerzen, schnelle Genesung - das macht dieses Verfahren möglich. Chefarzt der urologischen Klinik ist Dr. Wolfram Werner. Er erläutert: "Mit einem 3D-Laparoskop kann ein detailliertes räumliches Bild des Operationsgebietes auf einen Bildschirm projiziert werden, adäquat zu den Techniken mit dem Roboter."

Durch dieses räumliche Sehen ist es möglich, sehr zielsicher auch feine anatomische Strukturen zu erkennen, richtig im Operationsgebiet zu lokalisieren und dementsprechend präzisere Schnitte und Nähte durchzuführen. Die ersten Eingriffe bei Patienten mit verschiedenen urologischen Krankheitsbildern sind in den letzten Wochen in Plauen erfolgreich durchgeführt worden. Zum Beispiel konnte die häufigste Krebsart bei Männern - es handelt sich um das Prostatakarzinom - bei mehreren an Prostatakrebs erkrankten Patienten ohne Komplikationen entfernt werden.

Die neue Technik findet auch bei der Entfernung von Nierensteinen Anwendung

Angewendet wurde die Laparoskopie auch, um einer Patientin einen etwa drei Zentimeter großen Nierenstein zu entfernen. Früher waren derartige Operationen mit großen Schmerzen verbunden und dauerten mehrere Stunden. Das neue Verfahren macht das in nur eineinhalb Stunden möglich. Bereits am Tag des Eingriffes konnte die Frau wieder aufstehen und Nahrung zu sich nehmen.

Auch einer jungen Patientin mit einer extrem beweglichen Niere konnte mit Hilfe der Laparoskopie geholfen werden. Über drei Minizugänge zwischen fünf und zehn Millimeter und zwei sehr kleinen Nähten befestigte das OP-Team der Urologischen Klinik das Organ. Die junge Frau hat keine Beschwerden mehr und steht bereits wieder im Arbeitsprozess. In der Klinik für Urologie und Kinderurologie werden inzwischen jährlich weit über 2.000 Patienten behandelt.