Jagdfliegerteil diente als Kartoffelabdeckung

Heimatgeschichte Fundstück bekommt Platz im Plauener Luftschutzmuseum

Pausa-Mühltroff. 

Pausa-Mühltroff. Das Luftschutzmuseum Meyerhof am Plauener Schlosshang besitzt seit wenigen Tagen ein Exponat mehr. Es handelt sich um ein Flugzeugteil, das vermutlich zu einer Maschine gehörte, die im Zweiten Weltkrieg abgeschossen wurde. Gefunden wurde es 1944 unweit von Pausa.

Nutzung als Krachmacher auf Polterabenden

Bevor das verbeulte Aluminiumteil ins Auto verfrachtet wurde, erzählte Eberhard Birkholz die Geschichte rund um das Fundstück. "Mein Opa Curt hat es auf einer Wiese bei Wallengrün gefunden." Mit seinen Söhnen soll er es von der Fundstelle heimlich in der Dunkelheit in ein Versteck gebracht haben, berichtete der heute 64-Jährige Enkelsohn.Die Familie habe nicht viel über das Ding aus dem Krieg gesprochen. "1952 ist es dann in unserem Gartengrundstück gelandet", blickte er zurück. "Wir haben das Flugzeugteil zur Abdeckung unserer Kartoffelmiete verwendet", erinnerte sich der Pausaer. Sogar zu Polterabenden soll es als scheppernder Krachmacher zum Einsatz gekommen sein.

Buch über Luftkrieg-Geschehen bringt Licht ins Dunkel

Es handle sich vermutlich um ein spezielles Rumpfteil, das der Belüftung eines Jagdfliegers diente, erklärte Gert Müller vom Plauener Bergknappen-Verein. Während des Treffens verwies er auf das Buch "Zum Luftkriegs-Geschehen im Vogtland 1944/45". Müller verwies auf Kapitel, die seiner Meinung nach Licht ins Dunkel bringen. Er geht davon aus, dass das Teil von einem Jagdflieger des Typs Focke-Wolf stammt. Laut den Recherchen der Autoren soll die Maschine der deutschen Wehrmacht in heftigen Luftkämpfe über dem Schleizer Oberland verwickelt gewesen sein. Die Beschreibung der Absturzstelle im Buch passt mit der Geschichte des Pausaers zusammen. Nun soll das Relikt aus dem Krieg einen pasende Platz im Museum der Bergknappen bekommen.