Jetzt ist keiner mehr da

Weihnachtsmannstreit Köhler musste gehen, Martin ist zurückgetreten

0bwohl es in der Geschichte noch nie mehr Weihnachtsmänner gab - der Plauener Weihnachtsmarkt steht nach wochenlangem Hin und Her jetzt ganz ohne Rotkittel da. "Und er wird das auch bleiben", bestätigte Bürgermeister Manfred Eberwein dem BLICK. Eberwein selbst hatte auf Anraten seiner Mitarbeiter und nach schriftlichem Druck von Bürgern im Mai den bisherigen Weihnachtsmann Gerd Köhler aus diesem "Amt" verabschiedet. Köhler bekam für diesen Job pro Saison zuletzt 650 Euro. Doch er rannte nach vier Minuten aus dem Dienstzimmer des Bürgermeisters, als der ihm die Nachricht persönlich mitteilte. Dann hielt der "Weihnachtsmann a.D." - so nennt sich Köhler inzwischen selbst - über Monate Ruhe, bevor der Sachverhalt ans Licht kam. Seit Anfang November war das Geschrei groß. Die Medien stürzten sich auf Gerd Köhler, der gab im Weihnachtsmannkostüm eine Pressekonferenz. Zugleich bekam auch sein Nachfolger Mario Martin ein Podium, welches der geschäftstüchtige Plauener ebenso nutzte. Von diesem Moment an gab es gar kein Halten mehr. Die Köhler-Fans schossen scharf auf Eberwein, die Köhler-raus-Rufer hatten ihr Ziel erreicht und wurden leiser. Und zugleich stand der neue Weihnachtsmann Mario Martin auch noch in der Kritik. Rückblickend sagt Manfred Eberwein: "Letztlich wurde rund um den Plauener Weihnachtsmarkt von vielen Leuten Stimmung gemacht. Hier geht es nur noch um Personen. An die Kinder denkt doch gar keiner", vermutet der Bürgermeister. Eberwein hat nun nach dem Rücktritt von Mario Martin die Reißleine gezogen: "Die derzeitige Situation um den Weihnachtsmann in Plauen gebietet eine sofortige Besinnung auf Sachlichkeit", begründet Eberwein den Schritt, ganz ohne Weihnachtsmann weiterzumachen. Plauen wurde wegen des Streits zuvor von mehreren Fernsehsendern öffentlich verspottet. Und das, obwohl mdr 1 Radio Sachsen beim traditionellen Weihnachtsmarkttest Plauen hinter dem Dresdner Striezelmarkt auf Platz zwei positionierte.