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Jocketa: Von einer Schnapsidee zum EOFS Fußball-Weltmeister

Fußball Das Jawoll-Team ist seit 30 Jahren nur inoffiziell am Start

Jocketa. 

Jocketa. Sitzen drei angehende Handwerker beim Bier zusammen. Die jungen Kerle kicken ganz gut. "Lass uns doch mal im Freundeskreis eine Fußballtruppe formieren. Das wäre doch geil, wenn wir mit unseren Kumpels zusammenspielen oder nicht? Jawoll!" Was aus dieser Schnapsidee geworden ist, das ist völlig irre. Denn 30 Jahre später blicken die beiden Maurer Thomas "Schüttel" Roßbach und Conny Gündel sowie Zimmermann Ronny Stumpe auf die vermutlich beste und größte Auswahlmannschaft des Vogtlandes. Und dabei hat es dieses Jawoll-Team offiziell eigentlich nie gegeben. "Wir sind kein Verein, haben nie Training und wir haben auch kein Domizil. Wir sind einfach nur Sportkameraden, die an verschiedenen Freizeitturnieren teilnehmen", berichtet Jawoll-Gründer Thomas Roßbach. Der Kopf des Fußballteams verdankt übrigens seinen Spitznamen "Schüttel" einem üblen Schüttelfrost in der Lehre. Die Lehrzeit 1991 im Internat in Glauchau muss grandios gewesen sein. Denn es wurde jeden Abend auf dem Hartplatz in Glauchau gekickt und in kürzester Zeit verstanden sich alle so gut, dass immer mehr Leute "Jawoll" sagten.

Große Erfolge gefeiert

Die Sache begann, sich immer weiter zu entwickeln. Erst wurde jeden Sonntag in Jocketa auf dem Platz neben der Schule gekickt und dann meldete man sich auch mal für ein Freizeitturnier an. Die Robert Trampel und André Schuster komponierten sogar eine eigene Hymne, die bis heute zu jedem Turnier und jedem Treffen angestimmt wird. "Berühmt" geworden ist das Jawoll-Team spätestens mit seinem größten Erfolg: "Wir sind 2007 Weltmeister bei der EOFS Fußball WM im Vogtland für Freizeit- und Vereinsmannschaften geworden", erzählt Steffen Stumpe. Der damalige Seriensieger brachte auch die Oelsnitzer Zauberkugelpokale 2007, 2010 und 2011 in seinen Besitz. Weitere Highlights waren der Besuch des aktuellen Sportstudios (2002) und die Teilnahme am bundesweiten SPD-Turnier in Berlin (2003). Vollkommen verrückt: "Obwohl wir kein Vereins sind und aus Fußballern verschiedener Vereine bestehen, haben wir es auf 150 Turnierteilnahmen gebracht", berichten die Kicker. Nach und nach wuchs die Jawoll-Familie und es fühlten sich sogar ziemlich bekannte Fußballer aus der Region im Team wohl. Sven Gemeiner, Daniel Schuster, Marco Hölzel, Jens und Julian Golle, Marco Weigl, Patrick Schüler und Iven Löffler (bis 2021 bei Energie Cottbus) gehören beispielsweise zum "Kader".

Und sie haben viel gefeiert...

Neben fußballerischen Auftritten blicken die Jawoller unter Regie von "Schüttel" auch auf kulturelle Höhepunkte, darunter die Auftritte von Mike Krüger und Wolfgang Stumph in der Mehrzweckhalle in Jocketa. "Das haben wir als kleiner Freundeskreis natürlich nicht alleine hinbekommen. Heute ist der Tag, wo ich mich endlich einmal öffentlich bei allen Leuten bedanken kann, die lautlos mit angepackt haben, obwohl sie gar keine Jawoller sind", stellt Thomas Roßbach klar. Das 30-jährige Jubiläum war für alle ein unvergessliches Erlebnis. "Ein großer Dank geht an die SG Jößnitz, deren Räumlichkeiten wir zur Feier nutzen konnten sowie an den Partyservice Baumert für die hervorragende Verpflegung. Bis tief in die Nacht wurden zahlreiche Anekdoten erzählt und unzählige Bilder und Videos mit einem kleinen Schmunzeln betrachtet", schreibt Steffen Stumpe. Er hat zum Abschluss die Medien um Folgendes gebeten: "Der größte Dank gilt unserem Schüttel, der die Truppe über 30 Jahre zusammengehalten und auch die Jubiläumsfeier wieder bestens organisiert hat. Er hat nicht umsonst den Beinamen 'Abramowitsch des Jawoll-Teams' bekommen."