Jubiläum: 15 Jahre Vogtländisches Mühlenviertel

Gespräch Interview mit Tourismusfachfrau Heike Löffler

Leubnitz. Vor 15 Jahren zog der Fremdenverkehrsverein Rosenbach/ Vogtl. e.V. ins Schloss Leubnitz. Die Geschäftsstelle Vogtländisches Mühlenviertel erlebte ihre Geburtsstunde. Heike Löffler war von Anfang an dabei. Und verrät, was sie sich heute wünscht. Was damals vor 15 Jahren, als viele noch nicht an den Tourismus in der Region glaubten, den Ausschlag für die Gründung der Geschäftsstelle Vogtländisches Mühlenviertel gab? "Wir haben gemerkt, dass es auf ehrenamtlicher Basis nicht geht", erinnert sich Heike Löffler, Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins Rosenbach und von Anfang an dabei.

Trumpf Drachenhöhle Syrau?

Die Drachenhöhle Syrau mit ihren vielen Besuchern hatte man als Trumpf im Ärmel. Dazu kam noch die Windmühle in Syrau, die einzige ihrer Art im Vogtland. "Die Lösunf fanden wir in der Projektmanagementförderung des europäischen Leader-Programmes." Dafür war es nötig, Stärken und Schwächen zu analysieren, Gemeinsamkeiten zu finden sowie Mitstreiter ins Boot zu holen. "Wir dachten uns das Projekt mit den Mühlen aus", so Löffler. "Mühlen vermitteln Emotionen. Die alten Bauwerke stehen für Gemächlichkeit und Romantik. Nicht zu vergessen das bekannte Volkslied "Das Wandern ist des Müllers Lust". Das Wichtigste: Mühlen gab oder gibt es in der Region um Leubnitz zuhauf: Teichmühle, Weißmühle, Forstmühle und Papiermühle. In Rodersdorf die Luftmühle. "Dann haben wir auf die Landkarte geschaut und überlegt, wen wir von den benachbarten Orten noch ins Boot holen", erinnert sich die Tourismus-Fachfrau. Mühltroff - hier gibt es beispielsweise die Lippoldsmühle - und Pausa. "Wir trafen die Vereinbarung mit den Gemeinden, die Region gemeinsam zu entwickeln und zu vermarkten."

Als man dann ins Leubnitzer Schloss zog, dominierten hier die Bauarbeiten. "Wir zogen von einem Raum in den nächsten, immer der Baustelle voraus." Daran erinnert sich Heike Löffler noch gut. Sie erzählte davon bei einem Treffen mit den damaligen Bürgermeistern der zum Vogtländischen Mühlenviertel gehörenden Orte. Über 200 Quadratkilometer sind es, die das Gebiet ausmachen. Im Jahr 2011 kamen Weischlitz, dann Reuth und Burgstein dazu, runden das Gebiet ab. Heute wünscht sich Heike Löffler: Der Gast muss das Gefühl haben, er schafft nicht alles zu sehen, solange er da ist. Er muss wiederkommen. "Das war immer unser Credo." Und an die Einheimischen appelliert sie: "Man muss die Region mit fremden Augen sehen. Entdecken, welches Schätze es gibt." Denn oft blicke man nur in die Ferne und schätzt das, was man in der eigenen Region hat, nicht genug.

2020 soll noch der 17. Westvogtländische Wandertag stattfinden

Wenn die Tourismus-Fachfrau zurück blickt, kann sie viele Erfolge aufzählen. Wander- und Radwege wurden entwickelt, der Iron Curtain Trail, ein europäischer Fernradweg, führt durchs Gebiet, das Kreuzgewölbe im Schloss Leubnitz wurde ausgebaut, der Erlebnisgarten an der Drachenhöhle Syrau errichtet, der Müllerbursche gekürt, Wanderkarten und Flyer für die Region entwickelt, die Homepage geschaffen. Dieses Jahr steht der bereits 17. Westvogtländische Wandertag "Auf Drachenspuren um Leubnitz" an. "Wir haben es auch geschafft, dass Leubnitz und Kürbitz als Sachsens Urlaubsdörfer zertifiziert wurden", sagt Heike Löffler. "Wir waren oftmals unserer Zeit voraus." Auf Messen etwa habe man immer über den Tellerrand - über die Region hinaus - geblickt, denn den Urlauber interessieren keine politischen Grenzen.

"Alles brauchte aber auch seine Zeit. Steter Tropfen höhlt den Stein." Jetzt nach 15 Jahren sehe man die Früchte schon. "Wir sind immer von einer Generation ausgegangen", so der ehemalige Leubnitzer Bürgermeister Eberhard Prager. Für die Gemeinde habe es nie zur Debatte gestanden, den Tourismus nicht zu unterstützen. Potential in der Region heute sieht auch Michael Frisch, der Rosenbacher Bürgermeister. Michael Pohl, der Pausa-Mühltroffer Bürgermeister, nannte den Radweg zwischen Pausa und Zeulenroda, der neu installiert werden soll. Fürs diesjährige 15-jährige Jubiläum hat man kleine Kekse mit der Mühle drauf backen lassen. Als Werbemittel und um Appetit zu machen aufs Vogtländische Mühlenviertel.