Junges Ehepaar kommt aus London zurück und übernimmt dieses Ausflugslokal

Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Geschäftsübergabe: „Die Fernmühle“ bleibt ein Haus der Zukunft

Ziegenrück

Florida, Singapur, Malaysia. Ihr Weg führte nach Amerika, in die Karibik, auch in den Orient. Das englische Königreich haben sie ebenso erobert und letztlich fast die ganze Welt gesehen. Und überall haben Sebastian und Sina gearbeitet. Mit Udo Jürgens genoss das Pärchen sogar nach so mancher legendären Schlagershow im Backstage das Feierabendbierchen. Die großen Häuser der Welt - das Metropolitan, das Adlon, das Lanesborough, das Sandy Lane oder der Luxusliner MS Europa auf den Weltmeeren - das war genau das Ding von Sina und Sebastian.

Sie ist eine Fünf-Sterne-Kreuzfahrt-Stewardess, er ist Royal-Gastromanager

Aber was bitte machen eine Fünf-Sterne-Kreuzfahrt-Stewardess und ein Royal-Gastromanager auf einmal an der Saale im ostthüringischen Ziegenrück? Weshalb sind diese Globetrotter urplötzlich gestrandet? „Unsere Familie ist überall dort zu Hause, wo nette Menschen leben und wir uns willkommen fühlen“, stellen Sebastian und Sina fest. Ihre beiden Kinder wurden einst in England eingeschult. Bis 2021 war die kleine Familie international unterwegs. „Die Fernmühle hat uns wie magisch angezogen und sie verbindet uns jetzt mit der ganzen Welt“, wirkt das Pärchen rundum glücklich.

Sternquell-Geschäftsführer Jan Gerbeth: „Die Fernmühle ist beliebter geworden.“

Das gilt auch für die Eltern. Denn das Lebenswerk von Petra und Piotr Grygier hat nun weiter Zukunft. Sternquell-Geschäftsführer Jan Gerbeth gratuliert: „Die Fernmühle ist im Laufe der vergangenen 29 Jahre immer bekannter und beliebter geworden. Und über diese Geschäftsübergabe von den Eltern an die Kinder freuen sich ganz bestimmt auch die Stammgäste und Touristen“, weiß der Plauener Brauereichef. Die legendäre „Fernmühle“ mit Restaurant, Hotel und Bowlingbahnen ist zugleich so etwas wie der Erlebniswanderrouten-Startbahnhof für die Unternehmungslustigen. „Ziegenrück ist immer einen Ausflug wert“, lädt Petra ein.

1996 begann das Abenteuer: Sternquell-Brauerei ist mit an Bord

Petra Grygier ist seit 1977 Kellnerin. Als die Mauer fiel, startete die Frau zuerst als Getränkehändlerin. Dann kam ein Imbiss dazu. Als nächstes ein Café. Petra träumte alsbald von höherklassiger Gastronomie. Doch dieser Weg war unglaublich steinig. „1993 fiel mir bei einem Besuch im benachbarten Wasserkraftmuseum dieses heruntergekommene Gebäude auf. Genau dieses Haus, die heutige Fernmühle, haben wir 1994 gekauft“, berichtet Petra voller Stolz. Viele Gegenstimmen flogen der Familie seinerzeit um die Ohren. Nur wenige glaubten an dieses Projekt. Unter ihnen war Hartmut Priebe. Der Sternquell-Vertreter sah nicht nur das Potenzial im historischen Häuserensemble. „Familie Grygier, das sind richtige Macher. Piotr und Petra sind ein Glücksfall für die Region“, wusste Hartmut Priebe damals schon. Der Wahnsinn: Am 1. Mai 1996 eröffnete das neue Lokal unter schwierigen Bedingungen.

Lecker, lecker: Der „Gewölbeteller“ ist ein tolles Hauptgericht

Die „Fernmühle“ begann sich fortan zu entwickeln. Der legendäre „Gewölbeteller“ - ein tolles Hauptgericht - wurde am Stammtisch kreiert. Erlesene Weine, feine Spirituosen, Tanzveranstaltungen und eine exzellente Küche sorgten für immer mehr Nachfrage. Am 13. Juli 1997 wurde hier die erste Bowlingbahn im Saale-Orla-Kreis eröffnet und am 4. Juni 1999 reisten die ersten Übernachtungsgäste an. Immer wurde weiter geplant und gebaut. 2005 eröffnete man den Neubau „Saaleblick“ mit 17 Gästezimmern. Die leckeren Thüringer Kloßgerichte, die zu jederzeit wunderschöne Umgebung und diese Weltoffenheit prägen die „Fernmühle“ immer deutlicher. „Das Haus Saaleblick hat zehn Zimmer und im Ganzen haben wir 18 Zimmer“, führt Sina durchs Haus.

Die Freiterrasse heißt Saale-Idylle

„Während unseres Urlaubs auf Gran Canaria planten wir nach südländischem Vorbild unsere neue Außenanlage, die wir nur fünf Monate später 2007 als neu gestaltete Freiterrasse unter dem Namen Saale-Idylle eröffneten“, blickt Petra zurück. In diesem Zusammenhang verlieh der Thüringer Hotel- und Gaststättenverband den Grygier‘s das Qualitäts-Siegel. Die DEHOGA klassifizierte den Hotelbereich sogar mit drei Sternen. Heute weist dieser erstklassige Gastronomiebetrieb den „Booking Award 2025“ vor. Junior-Chef Sebastian Grygier verrät: „Wir haben den Booking Traveller Review Award mit 9,1 von 10 möglichen Punkten bekommen. Vielen Dank an unser super Team, das so eine hochkarätige Auszeichnung möglich gemacht hat.“ Sebastian war unter anderem in der berühmten Royal-Albert-Hall in London Direktor der gastronomischen Einrichtungen. Seine Expertise zählt in der Branche.

Argentinisches Rumpsteak oder das gebratene Zanderfilet mit Spitzkohl und Rosmarinkartoffeln...

Die „Fernmühle“ hatte einst Heinrich Eichelkraut 1868 als Wirtschaftsgebäude seiner Mahl-, Loh- und Ölmühle errichten lassen. „Es ist unglaublich, was daraus geworden ist“, staunt Sina, die aus dem Lübecker Stadtteil Travemünde stammt und schmunzeln muss, wenn der Schwiegerpapa sagt, dass er eigentlich nie „Kneiper“ werden wollte. Wenig später servieren die freundlichen Bedienungen Argentinisches Rumpsteak mit Kräuterbutter, Westernkartoffeln und Salatgarnitur sowie in Knoblauchbutter gebratene Forelle mit Petersilienkartoffeln in zerlassener Butter. Das gebratene Zanderfilet mit Spitzkohl und Rosmarinkartoffeln ist ebenso der Renner. „Zum Nachtisch bestellen viele Gäste hausgemachte Pflaumenknödel in zerlassener Butter mit Zimt und Zucker“, empfiehlt Petra Grygier, die ihr Lebenswerk zusammen mit Piotr in die Hände der Kinder legt.

Die Daten zum Haus

Die „Fernmühle“ Ziegenrück bietet 70 Plätze drinnen und 110 Plätze auf der Saale-Idylle-Terrasse. Buchen kann man zwei Bowlingbahnen und 18 Zimmer im Hotel. Kontakt: „Zur Fernmühle“; Lobensteiner Straße 6; 07924 Ziegenrück; Telefon: 036483-70190; E-Mail: [email protected] - Die „Fernmühle“ in Ziegenrück trägt ihren Namen aus historischen Gründen, da sie als erste Wassermühle am Oberlauf der Saale erwähnt wurde. Der Name „Fernmühle“ bezieht sich auf die Fernmühle, die als Kombinationsmühle fungierte und mehrere Mühlenarten vereinte. Die Mühle wurde 1900 zum ersten Laufwasser-Kraftwerk der oberen Saale umgebaut und ist heute ein bedeutendes technisches Museum.

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