Junggebliebener Schelm mit Zeichenstift

Kunst "Reimer und Strichler im Unruhestand" heißt Ausstellung im Schloss

Leubnitz. 

Leubnitz.Immer mit dem Zeichenstift unterwegs, dafür ist Wilhelm Mühsam aus Plauen bekannt. "Reimer und Strichler im Unruhestand" heißt seine Ausstellung im Schloss Leubnitz. Es sind die Details, die seine Zeichnungen besonders machen. Details, die man manchmal erst beim zweiten Blick auf die Zeichnung entdeckt. So wie etwa über dem Liebespaar, welches andächtig zusammensitzt, ein mindestens genauso verliebtes Vogelpärchen versteckt im Baum sitzt. Nicht fehlen darf ein Hund auf jedweden Bildern. "Meinen Hund Bobby gibt es zwar nicht mehr, aber er ist immer dabei", sagt der 79-jährige. Meist im Hintergrund einer Zeichnung, an der Leine gehalten oder einfach dasitzend. Bobby war so etwas wie ein Wegbegleiter des Plaueners, der gern in der Natur unterwegs ist, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Mühsam geht auch einfach ins eine Heimatstadt, um Menschen und ihre Stimmungen aufzuspüren.

Ehemaliger Lehrer lebt für seine Kunst

Im Leubnitzer Kreuzgewölbe zeigt Wilhelm Mühsam fast 30 Zeichnungen - Landschaften, Plauener Stadtansichten, Portraits und Kalenderblätter. Auch sein neuer Bildkalender "Plauener Impressionen" findet sich neben Exemplaren seiner Büchlein mit Reimen. Wie etwa die "Kabrioln" Teil 1 und 2. "Gereimtes, Ungereimtes und Zamgereimtes" findet sich darin, wie Mühsam es beschreibt. Dann wären noch die Reime in "Unruhestand". "Das sind sinnige bis hintersinnige, auch sinnliche bis besinnliche und einige unsinnige Reimereien mit kleinen Sticheleien und eigenen Stricheleien."

Für seine Reime, die oft sarkastisch und ironisch sind, dürfte Wilhelm Mühsam, der seit seiner Kindheit immer gezeichnet hat, mittlerweile ebenso bekannt sein wie mit seinen Zeichnungen. Ein jung gebliebener Schelm ist der Plauener, der jahrelang Kunsterziehungs- und Deutschlehrer war, allemal. "Es gibt zu jedem Bild einen Text", sagt er. Und den weiß er natürlich dem Betrachter aus dem Effeff zu sagen.