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Sachsen

Kampf für das Rodauer Waldbad

Freibad Lösungsversuch einer Interessengemeinschaft

Rosenbach. 

Rosenbach. Das Waldbad Rodau steht derzeit ohne Pächter da. Eine Interessengemeinschaft setzt sich jetzt für eine Lösung ein, damit die Freibadsaison dieses Jahr nicht ins Wasser fällt.

Eine Interessengemeinschaft sucht Lösungen

Die Zeit drängt, das ist allen bewusst. Alle, das ist in diesem Fall eine siebenköpfige Truppe in Rosenbach, die sich "kleines Aktionsbündnis" nennt. "Wir haben uns gegründet, um Ideen auszutauschen und zu einer Lösung zu kommen, damit im Waldbad wieder Betrieb herrscht", sagte Michael Frisch, Bürgermeister von Rosenbach jüngst zum Treffen der Interessengemeinschaft. Außerdem dazu zählen Norbert Bähren. Andy Bromnitz und Roy Michaelis vom Gemeinderat, Heiko Winkler von der Gemeindeverwaltung sowie Maren Wolf und Stephanie Sommer vom Förderverein Waldbad Rodau e.V.

Beste Voraussetzungen für die Freibadsaison

2020 wäre nicht die beste Saison gewesen und auch dieses Jahr sei noch ungewiss, was möglich ist, so Frisch. "Aber die Zeit rennt. Wir müssen unsere Fühler ausstrecken. Im Mai könnte man wieder beginnen, das Freibad dazu öffnen." Ziel soll sein, einen neuen Pächter zu finden. Insgesamt sei die Freizeitanlage top in Ordnung. "Wir haben als Gemeinde jedes Jahr Geld reingesteckt." Die Becken, die Rutsche, alles sei in Schuss. Erst vor einigen Wochen wurde die Dächer der Gebäude, bei welchen es nötig war, instand gesetzt. Die Umzäunung des Bades soll noch vor dem Saisonbeginn instandgesetzt werden. Und: In diesem Jahr sind alle Zufahrtsstraßen frei. In den vergangenen Jahren hab es immer wieder Straßensperrungen auf dem Weg nach Rodau, verbunden mit Umleitungen. "Uns sprechen auch Leute aus dem Einzugsbereich an, aus Weischlitz, Reuth und Burgstein", sagte Andy Bromnitz. "Sie wünschen sich alle, dass das Waldbad dieses Jahr wieder öffnet."

Problem: keine aktuelle Internetseite

Ein aktuelles Problem sprach Roy Michaelis an: "Seit August vorigen Jahres ist die Internetseite nicht aktualisiert. Da müsste die Ausschreibung rein, auch auf die Facebook-Seite." Im Gespräch der Freibadkämpfer stellte sich heraus, dass noch keine Badabnahme vom bisherigen Pächter erfolgt ist. "Das Bad zeigt sich in einem Erscheinungsbild, wie es am letzten Tag der Badesaison war", sagte Gemeinderat Norbert Bähren aus Rodau. Das sei auch ein Problem. Zumal es für die Übergabe auch noch keinen Termin gebe. Am 31. März endet das Pachtverhältnis. Der bisherige Pächter hatte den Vertrag gekündigt.

Wie geht es ohne Pächter weiter?

Einen weiteren Lösungsansatz, so sich kein neuer Pächter fürs Rodauer Freibad findet, sieht das Aktionsbündnis in einem neuen Betreibermodell. "Es gibt Beispiele in Österreich, da funktioniert ein Freibad ohne Bademeister und ohne Eintritt." Als weiteres Beispiel nannte der Bürgermeister das Waldbad in Triebel, bei welchem ein Bach durchs Wasser hindurch laufe. "Wir in Rodau haben einen Teich, der uns das Wasser liefert. Dieses wird aufbereitet und desinfiziert." Das Waldbad müsse als eine technische Anlage gesehen werden. "Es erfüllt nicht die rechtlichen Voraussetzungen als Badestelle oder als Naturbad", so Norbert Bähren. "Wir haben ein Schwimmbad mit angelegten Becken und mit öffentlicher Nutzung. Und hierzu gehören eine Betriebsaufsicht und eine Beaufsichtigung des Badebetriebes." Das bedeutet zwei Fachkräfte: Ein Betreiber und ein ausgebildeter Schwimm- und Bademeister.

"Man könne auch mal in eine andere Richtung denken"

Einen Vorschlag für einen Schwimm- und Bademeister hatte Maren Wolf parat: "Es gibt einen jungen Mann, der Interesse hätte, er braucht bloß noch eine Prüfung zu absolvieren." Man sollte außerdem auch Kontakt zur DLRG-Ortsgruppe in Pausa aufnehmen, einen Verein mit vielen jungen Mitgliedern. Und: "Man muss auch mal groß denken", so Wolf. Sie meinte damit die Möglichkeit, dass sich ein Restaurant auf dem Gelände etablieren könnte und dann selbst einen Bademeister stellt. "Das geht nur mit einer großen Investition." Aber man könne auch mal in eine andere Richtung denken. Insbesondere aber wollen sich die Rosenbacher jetzt in anderen Freibädern umschauen und sich informieren, wie diese erfolgreiche betrieben werden. Sei es in Neumark oder Mylau, in Gefell oder Hirschberg.

Indes wird auf Hochtouren weiterhin nach einem neuen Pächter für die idyllisch gelegene Freizeitanlage in Rodau gesucht. Die Gemeindeverwaltung hatte Kontakt zu einem Maklerbüro aufgenommen, um noch professioneller für einen neuen Pächter zu werben. Provision an den Makler würde nur fällig, wenn dieser tatsächlich einen Pächter findet. Auch sonst soll vermehrt Werbung gemacht werden, im Print und Online. Im Vogtland-Radio lief schon eine Werbung zur Pächtersuche fürs Rodauer Freibad.

Die Konditionen der Gemeinde Rosenbach, das heißt der finanzielle Zuschuss zum Betreiben des Freibades, soll wie bisher bleiben. Darüber war man sich schon zur jüngsten Gemeinderatssitzung einig. Und: Das Aktionsbündnis will am Problem dran bleiben und gemeinsam versuchen, die "Kuh vom Eis" zu bekommen.