Kein Platz für Dichter Julius Mosen?

Literaturnachlass Museum soll schlummernden Fundus entstauben

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Frieder Spitzner fordert eine Dauerausstellung für den Nachlass von Julius Mosen. Foto: Thomas Voigt

Auerbach/Plauen. Im Oktober jährt sich der Todestag des 1803 in Marieney geborenen Dichters und Schriftstellers Julius Mosen zum 150. Mal. Vor diesem Hintergrund machte Frieder Spitzner auf den Fundus im Plauener Vogtlandmuseum aufmerksam. Der Vorsitzende der Vogtländischen Literaturgesellschaft Julius Mosen sprach von 700 Exponaten geistiger und materieller Natur, die dort im Verborgenen schlummern und nicht gezeigt werden. Das wurmt den 75-Jährigen gewaltig. Mosen habe die Grundlage seiner späteren Karriere schließlich in Plauen gelegt. Vor 200 Jahren begann hier seine gymnasiale Ausbildung. "Darauf könnte Plauen doch ein wenig stolz sein."

Frieder Spitzner ist nicht einverstanden

Der Auerbacher Sprachwissenschaftler kann es nicht verstehen, dass so eine international bekannte Persönlichkeit wie Mosen im Plauener Museum keinen würdigen Platz findet. "Das kann ich auf Dauer nicht akzeptieren." Aus seiner Sicht stehe Mosen von der Ausstrahlung, die von ihm auf die Gesellschaft seiner Zeit ausging, auf einer Stufe mit dem Karikaturist Erich Ohser und der Theater-Reformatorin Friederike Caroline Neuber. Letztere werden bekanntlich in der Galerie "e.o. plauen" und im Reichenbacher Neuberin-Museum für ihr Schaffen in Dauerausstellungen gewürdigt.