Keine Lust auf Frust

Zukunft Vogtlandlandkreis ist in der Lage finanziell zu gesunden

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Landrat Rolf Keil hat seine Aktentasche für 2017 gepackt. Foto: Karsten Repert

Plauen. Jetzt wird abgerechnet. In dieser Woche folgt der Kassensturz. Natürlich dauert es noch eine Weile, bis genaue Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 genannt werden können. Landrat Rolf Keil und IHK-Geschäftsführer Michael Barth aber hatten im "BLICK-Interview 2017" vorab schon deutlich zum Ausdruck gebracht, "dass der Fleiß der Vogtländer für ein beachtenswertes Wachstum gesorgt hat." Wenn dann gleichzeitig die Plauener, die Reichenbacher und die Greizer Tafeln von mehr Altersarmut und Bedürftigkeit berichten, dann muss sich dringend etwas ändern am System. Diese Probleme darf eine Gesellschaft nicht einfach hinnehmen. "Was aber genauso wenig in Ordnung ist, das ist die pausenlose Meckerei. Ich habe keine Lust mehr darauf. Das Vogtland ist dabei, sich Respekt zu erarbeiten. Das dürfen die eigenen Leute nicht mit Worten kaputt machen", gibt Rolf Keil die Richtung für 2017 vor. Der Landrat kann wegen der Altersbeschränkung nicht wiedergewählt werden. Das wiederum sorgt für wahlkampffreie Aussagen, die unpopulär sind, viele Wirtschaftsvertreter der Region jedoch begrüßen. "Wir brauchen die Kultur. Kultur ist Vogtland. Aber wir können nicht über unsere Verhältnisse leben. Weil wir das getan haben, müssen wir jetzt mit dem Rotstift arbeiten", so der Landrat. Dabei geht es den öffentlichen Haushalten gegenwärtig so gut wie nie. In den ersten neun Monaten des Jahres 2016 legten die Steuereinnahmen von Bund und Ländern um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Und auch die Ergebnisse der November-Steuerschätzung für Sachsen können sich sehen lassen. Die für 2016 erwarteten Steuereinnahmen des Freistaates werden bei 13,4 Milliarden Euro liegen. Das sind 774 Millionen Euro mehr als im Doppelhaushalt Anfang 2015 für 2016 geplant wurden. Und es sind trotz der im Mai nach oben korrigierten Prognose immerhin noch 379 Millionen Euro mehr als zum damaligen Zeitpunkt der Schätzung. Die vielen Kritiker haben trotzdem Recht: Die Region hat große Probleme. Nur abwärts geht es eben nicht.