Kindertherapeuten kehren aus Barcelona zurück

Frühförderung Was läuft im Vogtland besser als in Spanien?

Plauen. 

Plauen. Warum kommt ein lebenslustiger junger Mann aus Spanien zurück nach Plauen? Danny Schmidt hatte schließlich direkt in der Millionenmetropole Barcelona die Liebe seines Lebens gefunden. Der BLICK-Reporter staunte bei seinem Besuch im Jojovita. Denn im Fachzentrum für Kindertherapie und Förderung in Plauen fühlt sich nicht nur Danny Schmidt wie zu Hause. Er hat auch Marina Dalmau Elorza aus Katalonien mitgebracht. "Natürlich wollen die Leute wissen, weshalb wir jetzt hier sind und warum wir nicht in Spanien geblieben sind", lacht das Paar. Die Antwort überrascht. "Wir haben uns ganz bewusst für Plauen entschieden. Hier passt für uns alles am besten zusammen", sagen die Therapeuten, die sich einst bei einem Kunsttherapie-Workshop in Brügge kennengelernt haben. Genau bei diesem Projekt in Belgien hatte es gefunkt. Danny Schmidt aus Plauen und Marina Dalmau Elorza aus Barcelona verliebten sich. Danny hatte gerade seinen Abschluss zum Ergotherapeuten an der Medfachschule in Bad Elster gemacht. Der Vogtländer ging nach Spanien. Die junge Liebe war voller Glück.

In Spanien ist die Ergotherapie wenig bedeutsam

"Aber die Ergotherapie ist in Spanien wenig bedeutsam. Es werden kaum oder nur wenige Kosten von den Krankenkassen übernommen. Viele Menschen müssen die Behandlungen vollständig bezahlen", erzählt Danny Schmidt. Das Paar war in Spanien in einem Kindertherapiezentrum beschäftigt. Eben weil Marina und Danny auch Zugang zu ihrer zweiten Heimat in Deutschland hatten, fiel nach zehn Jahren in Spanien die Entscheidung. "Wir gehen nach Plauen!" Diese Stadt ist nach ihrem Empfinden nicht zu groß und nicht zu klein. "Und es gibt hier genau den passenden Arbeitgeber für uns", sagen die Zwei, die mit den Kindern ganz einfühlsam spielen. "Manche kommen mit Konzentrationsschwierigkeiten, andere können den Stift nicht richtig halten oder leiden unter anderen Entwicklungsstörungen", berichtet Marina.

Das Vogtland ist besser als man denkt

Berlin, Hamburg, München. Die beiden international erfahrenen Fachkräfte hätten ganz sicher auch locker in einer großen Stadt ganz schnell Arbeit gefunden. Marina hat immerhin sechs Jahre Deutsch gelernt und ist auf ihrem Fachgebiet mit dem Studienabschluss zum Master in der Frühförderung besonders gefragt. Danny hat ebenso den Abschluss zum Frühförderer gemacht. Da steht einem die Welt offen. Statt Großstadtlärm und Parkplatznot wählten die Beiden aber lieber die kurzen Wege, das familiäre Klima auf Arbeit und die saubere vogtländische Luft.

Frühförderung hilft dem Kind ein leben lang

Danny Schmidt weiß aus der Praxis: "Je früher man eine Therapie in Anspruch nimmt, desto besser kann sich ein Kind entwickeln. Die Ergotherpaie ist nichts schlimmes, sondern sie ist eine Art Zusatztraining fürs Leben. So kommen die Kinder viel besser voran." Oft leiden Kinder, die im Sozialverhalten Defizite aufweisen, unter Problemen, die erst der Fachmann erkennt. Die Ergotherapie ist eine ganzheitliche Methode, die ein breites Spektrum an Förderung abdeckt. Je nachdem, welche Schwierigkeiten, Beeinträchtigungen oder Störungen ein Kind hat, kann es in seiner körperlichen, geistigen, sozialen und emotionalen Entwicklung unterstützt werden. Nach einer ausführlichen Befundaufnahme kommen dabei eine gezielte Auswahl an meist spielerischen Aktivitäten beziehungsweise Behandlungskonzepten zum Einsatz.