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Krippenfiguren auf Abstand und doch vereint

Advent In Auerbach setzen auch Figuren ein Zeichen

Was wäre wohl Weihnachten ohne Krippe? Jedes Jahr erinnert sie uns Menschen an die Geburt Jeus, als er Mensch wurde und zu uns auf die Erde kam. In der St. Laurentiuskirche im Herzen von Auerbach steht eine Krippe, geschnitzt Ende der 1950-er Jahre bis Anfang der 1960-er Jahre von Holzbildhauser Dietrich Reinhard aus Schneeberg. Vor mehr als zehn Jahren wurde das geschnitzte Kunstwerk erweitert, 2011 gesellten sich noch ein Kamel und Kameltreiber dazu. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit können sich die Menschen in der Weihnachtszeit an der Krippe erfreuen.

Da dieses Jahr alles anders ist, nicht so viele Leute aufeinandertreffen sollen, kam in der Auerbacher Kirchgemeinde eine besondere Idee auf. "Wir haben die Krippenfiguren auf Abstand gestellt", sagt Pfarrerin Dr. Mandy Rabe. Und rät allen: "Machen Sie sich auf den Weg - allein oder mit der Familie, nehmen Sie sich Zeit für eine weihnachtliche Begegnung."

Nach dem Vorbild der Krippe aus der Kirche entstanden die Figuren in Lebensgröße. "Neun Figuren haben wir maßstabgerecht nachgebaut, die größte ist 1,80 Meter groß", sagt Gemeindepädagoge Daniel Arnstadt. Die Idee wurde von seiner Ehefrau Elisabeth Arnstadt unterstützt, die ebenfalls Gemeindepädagogin ist. Bei der Umsetzung halfen Mitarbeiter vom städtischen Bauhof. Daniel Arnstadt sägte die Figuren aus. Maria, Josef und die Krippe mit dem Jesuskind, die drei Weisen, der Engel und die Hirten stehen nun im gesamten Stadtgebiet von Auerbach sowie den Ortsteilen, die zur Kirchgemeinde gehören, verteilt. Jede Figur steht einzeln für sich, zusammen aber ergeben sie die biblische Weihnachtsgeschichte. Einen der Weisen stellten Dr. Mandy Rabe und Daniel Arnstadt mitten im Wohngebiet in der Albert-Schweizer-Straße aus, Maria findet man im Scharder-Park und Josef im Ortsteil Rempesgrün. "Er war ja Zimmermann und in Rempesgrün gibt es Handwerker", sagt die Pfarrerin. Dass die Krippe am Rathaus in der Innenstadt steht, hat auch einen Grund. Sie weist auf die damalige Volkszählung hin, wegen welcher sich Josef und die hochschwangere Maria auf den beschwerlichen Weg machen mussten nach Bethlehem, dem Heimatort von Josef. "Der Engel, der die Geburt von Jesus verkündete, steht am höchstgelegenen Punkt in Beerheide", so Dr. Mandy Rabe.

Die einzelnen Figuren wurden mit kleinen Geschenk-Kästen aus Plexglas versehen, welche Basteleien, Sticker, Büchlein, Memory, eine CD oder die Weihnachtsgeschichte zum Lesen oder Weitergeben enthalten. Ein kurzer Text an jeder Figur regt zum Lesen und Nachdenken an über das eigene Leben, auch zum Gebet. "Mit Koordinatenangaben verweisen die Figuren aufeinander. Es lohnt sich, sich auf den Weg zu den einzelnen Figuren zu machen", verspricht die Auerbacher Pfarrerin. Sie will auch regelmäßig die kleinen Geschenke nachfüllen. Bis zum 6. Januar werden die Figuren an ihrem jeweiligen Platz stehen.

Die St. Laurentiuskirch-Gemeinde ist in diesem Jahr überhaupt viele neuen Wege gegangen, um die Menschen zu erreichen und zu ihnen zu kommen. Im Frühjahr, als die Kirchen schließen mussten, konnten die Gottesdienste und Andachten im Internet auf Youtube, Instagram oder Facebook erlebt werden. Jetzt lädt neben dem Krippenweg auch der digitale Adventskalender mit Glockenläuten, Posaunenklängen und Informationen wie etwa zur Heiligen Barbara (4. Dezember) ein. Jeden Tag wartet eine neue Überraschung bis zum 24. Dezember. So ernst die Situation ist, die Kirchgemeinde sieht sie auch als Chance auf Neues. Den Advent und Weihnachten neu zu erleben. Mit weniger Oberflächlichkeit, mehr Besinnlichkeit. Und immer mit der Hoffnung und dem christlichen Glaube, der durch die schwierige Zeit trägt. Über die Homepage (https://st-laurentiuskirche.de/advent-weihnachten/) kommt man direkt zum Krippenweg und auch zum digitalen Adventskalender.

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