Kürbitzer feiern 400 Jahre Salvatorkirche: We die alte Bibel zurück kam

Sie gilt als eine der schönsten Dorfkirchen im Vogtland. Die Salvatorkirche in Kürbitz ist zudem richtig alt. Ihr 400-jähriges Jubiläum wird jetzt groß gefeiert. Was alles geplant ist und warum Teile der Kirche noch älter sind.

Kürbitz


Die Salvatorkirche in Kürbitz prägt das Ortsbild seit Jahrhunderten und blickt auf eine lange, bewegte Geschichte zurück. Rund um das Gotteshaus erinnern bis heute viele Details an ihre besondere Bedeutung für den Ort.

Die Salvatorkirche prägt das Dorfbild

Der Turm der Salvatorkirche in Kürbitz ist weithin sichtbar, das Gotteshaus prägt das Dorfbild. Besonders wenn man aus Richtung Weischlitz über die steinerne Brücke in den Ort kommt. Zu verdanken ist die Kirche, die als eine der schönsten Dorfkirche im Vogtland gilt, Urban Caspar von Feilitzsch (1586-1649). Er ließ sie im Jahr 1626 gegenüber seines Domizils, des einstigen Rittergutes, bauen.

Alte Bestandteile in neuer Kirche

Doch die Kürbitzer Kirchenhistorie führt noch weiter zurück: „Schon im 11. Jahrhundert gab es eine Kirche“, sagt Hans-Jürgen Voigt, der die Kirchengeschichte kennt. „Vor 751 Jahren wurde ein Priester erwähnt. Das war in der Ersterwähnungsurkunde von Kürbitz.“ Voriges Jahr feierte der Ort die 750-Jahrfeier. „Die alte Kirche wurde in den Jahren um 1620 abgebrochen.“

Einige wichtige Bestandteile wurden in die neu erbaute Kirche überführt. „Das Triumphkreuz, Figuren und der Flügelaltar“, so Hans-Jürgen Voigt. „Urban Caspar von Feilitzsch war damals Gerichtspräsident und dann Kanzler von Kulmbach-Brandenburg.“ Im Jahr 1626 ließ er die neue Kirche in Kürbitz weihen.

Besonderheiten und Sanierung des Gotteshauses

Auffallend ist die Höhe des Gotteshauses, etwa 16 Meter, und die verglasten Emporen. Besonders sind die Kanzel von 1626 und der Taufstein mit Johannes dem Täufer. Gemälde, Schmiedearbeiten, Wappen, Gruften und die Jehmlich-Orgel kommen hinzu.

Stolz sind die Kürbitzer, dass ihre Kirche größtenteils saniert ist. „Als 1945 die Brücke über die Elster gesprengt wurden, hob sich das Dach und die Fenster gingen kaputt“, sagt Thomas Enders vom Kirchenvorstand. „Die Bronzeglocken waren schon im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen worden.“ Danach wurden eiserne Glocken eingebaut. Zu DDR-Zeit bekam man eine neue Orgel.

Vor 60 Jahren stand eine dreijährige Sanierung an. „Die Kirche sah damals mit einer Ahnengalerie und Fahnen aus wie ein Museum.“ Erneuert wurden die Kirchenbänke und saniert die Kanzel. Nach der Wende wurde das Dach neu gedeckt. Und 2002 zum Osterfest wurden drei neue Bronzeglocken geweiht.

Festgottesdienst und Ausstellung zum Jubiläum

Am Sonntag, 2. August wird zum Festgottesdienst mit Landesbischof Tobias Bilz geladen. Danach folgt das Kirchenkaffee und die Ausstellung zum Jubiläum wird eröffnet. Was es zu sehen gibt? „Wir haben uns die alte Altarbibel vom Landeskirchenarchiv in Dresden fürs Jubiläum hergeholt“, sagt Thomas Enders.

Mit ihr hat es eine besondere Bewandtnis: Kaiserliche Marketender raubten Weihnachten 1640 die Bibel. Proviantmeister Georg Ernst Thumbster von Minichsberg brachte sie im Mai 1641 zurück. Urban Caspar von Feilitzsch wollte den Dukaten, den die Auslösung kostete, ersetzen. Weitere historische Bibeln, viele Dokumente, Münzen aus DDR-Zeit, Grafiken des Weischlitzer Malers Albin Enders und Gemälde des Kürbitzer Malers Werner Müller sind ausgestellt.

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