Ländlicher Raum fordert Verbesserung des Nahverkehrs

Nahverkehrskonzept Bürgerforum in der Weischlitzer Südscheune

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Der Grobauer Ortsvorsteher Wolfgang Sörgel (r.) in der Diskussion mit ÖPNV-Mitarbeiter Leif Irmscher (links). Foto: Thomas Voigt

Region Vogtland. Lebhafte Diskussionen gab es am vorigen Mittwoch während des Bürgerforums in der Weischlitzer Südscheune. Dazu eingeladen hatten die Mitarbeiter vom Verkehrsverbund Vogtland (VVV). Hintergrund ist ein neues Verkehrskonzept. Bis Oktober 2019 soll der Plan umgesetzt werden. Zu diesem Thema hatte es bereits im Vorfeld Gesprächsrunden in Reichenbach, Auerbach und Markneukirchen gegeben.

Vom Nahverkehr abgehängt

Bei einem ersten Blick auf die geplanten Buslinien fiel den Gästen der "weiße Fleck" im Gebiet der Gemeinde Weischlitz auf. In dieser Region des Vogtlandes setzen die Verantwortlichen auf Ruf-Busse. Laut Sebastian Eßbach vom VVV wird es zu gegebener Zeit eine zentrale Ruf-Bus-Telefon-Nummer geben. Bei der Planung spielten Anschlüsse eine wichtige Rolle. Eßbach sprach von "merkbaren Taktverkehren".

In anderen Regionen habe sich das Ruf-Bus-System schon bewährt. "Ein bis zwei Tage vorher anrufen ist normaler Standard." Kurzfristig könne man die Zentrale in Auerbach bei Bedarf zwei Stunden vor der gewünschten Abfahrt kontaktieren. Zufriedenheit zeichnete sich im Gesicht von Wolfgang Sörgel nicht ab. Der Grobauer Orts-Chef fühlt sich vom Nahverkehr abgehängt. "Warum eigentlich ein Ruf-Bus? Wir haben doch die Schiene vor der Haustür."

In manchen Orten gibt es nur einen Schulbus

Allerdings fahren die Züge dort seit geraumer Zeit ohne Halt durch. Nach Informationen des VVV würde ein Bedarfshalt 4,80 Euro kosten. Im Verhältnis zum Fahrgastaufkommen sei das nicht wirtschaftlich. Der Weischlitzer Bürgermeister Steffen Raab (Freie Wähler) kann die Kritik der Bürger verstehen. "Wir brauchen Flexibilität im ländlichen Raum. In manchen Orten fährt nur der Schulbus." Dennoch müsse man die wirtschaftliche Komponente im Auge behalten. Insofern sei der Ruf-Bus eine Alternative.

"Das wäre definitiv eine Verbesserung zum bisherigen Stand." Offen bleibt allerdings, wie der Busverkehr in der Gemeinde künftig an den Wochenenden geregelt wird. Bisher gibt es dafür noch keine Antworten, gab Micha Leonhardt zu. "Wir werden darüber nachdenken", versicherte der stellvertretende VVV-Geschäftsführer. Weitere Informationen zum geplanten Nahverkehrskonzept gibt es im Internet.