Lärmschutz: Kein Handlungsbedarf an der A72

Erhebung Messwerte im zumutbaren Bereich - Daten können eingesehen werden

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Bürgermeister Steffen Raab bringt Lärmkartierung auf den Weg. Foto: Thomas Voigt

Weischlitz. Die Gemeinde Weischlitz hat erneut eine vom Sächsischen Städte- und Gemeindetag gelenkten Lärmkartierung durchführen lassen. Lärmrelevante Daten wurden auf zehn Kilometer entlang der Autobahn und wenige hundert Meter an der Staatsstraße S 173 festgestellt.

Grenzwerte wurden nicht erreicht

Die Auswertung ergab, dass in der Gemeinde knapp über 100 Einwohner von messbaren Lärmbelästigungen in den Tag- und Nachtzeiten betroffen sind. Laut Bürgermeister Steffen Raab (Freie Wähler) seien die definierten Grenzwerte nicht erreicht worden. "Es gibt wenig Handlungsbedarf". Sofern sich die Gemeinde entscheidet, einen Lärmschutzplan mit Maßnahmenplan aufzustellen, würde sich dieser gegen die Träger der Straßen richten.

Maßnahmen sind (noch) nicht nötig

Zuständig ist Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Dresden. Die Verantwortlichen teilten der Gemeinde in einem Schreiben mit, dass tagsüber 65 Dezibel und nachts 55 Dezibel nicht überschritten wurden. Das entspräche einem zumutbaren Umgebungslärmpegel innerhalb gesundheitsrelevanter Grenzen. Zusätzlicher Lärmschutz wäre rechtlich nur umsetzbar, wenn beispielsweise ein Autobahn-Ausbau auf sechs Streifen erfolgen würde. Dies sei derzeit nicht geplant, informierte das Landesamt.

Eine Geschwindigkeits-Reduzierung in den Nachtstunden werde ebenso als rechtlich nicht umsetzbar angesehen. Nach Einschätzung von Raab ist die rechtliche Durchsetzung eines Lärmaktionsplanes mit Maßnahmenplan demnach nicht möglich. "An der A 72 sind uns die Hände gebunden." Deshalb schlug der Rathaus-Chef vor, einen Lärmaktionsplan ohne Maßnahmenplan zu beschließen.

Vorher soll jedoch die Öffentlichkeit mit einbezogen werden. "Die Daten können im Rathaus eingesehen werden." Der endgültige Beschluss soll dann in der Gemeinderatssitzung am 14. Mai in der Weischlitzer Südscheune gefasst werden. Zu diesem speziellen Thema werde es nochmals Rederecht geben.