Landrat packt aus

Umzug Mit zweieinhalb Jahre Verspätung und beinahe doppelten Kosten

Landrat Rolf Keil packt die Umzugskartons aus. Foto: Karsten Repert

Plauen . Mit mehr als zwei Jahren Verspätung ist Landrat Rolf Keil heute umgezogen. Das Vogtlandoberhaupt hat in der dritten Etage des neuen Landratsamtes (Postplatz, ehemals Kaufhaus Horten) Quartier bezogen. "Viel brauche ich nicht", zeigte der 62-Jährige auf 14 Kartons, das Gemälde des Plauener Malers Manfred Feiler und die Geige, die ihm Berufsschüler geschenkt haben. Der Landrat des Vogtlandkreises residiert von nun an im Herzen von Plauen. Geschätzte 25 Quadratmeter groß ist sein Büro, das im Vergleich zum Büro in der Neundorfer Straße (bisheriger Sitz des Landratsamtes) um ein Drittel kleiner geworden ist. Wichtiger scheint Rolf Keil "die Nähe zum Plauener Rathaus und Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer" zu sein. Ganz von alleine merkte der Landrat beim Blick vom Balkon aus an: "Ich kann dem OB Ralf Oberdorfer auf dessen Schreibtisch schauen. Irgendwie hat das Symbolcharakter", findet Rolf Keil, unter dessen Federführung in den vergangenen Monaten eine Annäherung zwischen den beiden "Fronten" zu verzeichnen war. So bescheiden das Dienstzimmer des Landrates sein mag, so spektakulär sind die Zahlen. Denn aus 28 Millionen Euro sind inzwischen über 50 Millionen Euro Baukosten geworden. Und aus erhofften fünf Jahren Bauzeit wurden über sieben Jahre. Rolf Keil, seit über einem Jahr im Amt sagt heute: "Mit 28 Millionen Euro kann man ein Märchenschloss bauen, aber kein Landratsamt für 600 Mitarbeiter. Hätte es diese unrealistische Zahl nie gegeben, wäre allen Beteiligten viel Ärger erspart geblieben." Der Umzug soll kurz vor Weihnachten abgeschlossen sein.