Leise rieselt der Kalk

Natur Landrat kritisiert Zeitraum für Wald-Düngung

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Plauen. Bodenschutz-Kalkungen haben in den zurückliegenden Jahren zur Gesundung der vogtländischen Wälder beigetragen. Das dies aber ausgerechnet in der Ferienzeit passieren soll, geht Landrat Rolf Keil (CDU) gegen den Strich. In einem Brief an das Sächsische Umweltministerium brachte er unlängst seinen Unmut darüber zum Ausdruck. Insbesondere in den Gebieten um Schöneck, Klingenthal und Markneukirchen nehme der Wald einen nicht unbedeutenden Stellenwert für den Tourismus ein.

In seiner Funktion als stellvertretender Tourismusverbands-Chef kennt er die Erwartungen der Urlauber nur zu gut. Um weiter erfolgreich am Markt mitmischen zu können, spielen Service und Aufenthaltsqualität eine bedeutende Rolle. In der Hauptsaison stünden Wandern und Radfahren bei den Urlaubern besonders hoch im Kurs. Insofern seien Wald-Kalkungen, die zur Sperrung von Erholungsräumen führen, kontraproduktiv.

Touristische Werbebotschaften wie "Grüner wird's nicht - Willkommen im Vogtland!" könnten durch eine Kalk-Berieselung von oben zu Irritationen bei den Gästen führen. Keil bat die Verantwortlichen darum, die Zeiträume für die Kalkung noch einmal zu prüfen und gegebenenfalls zu verschieben. Laut Verbands-Geschäftsführer Andreas Kraus liegt das jährliche Steueraufkommen der touristischen Betriebe im sächsischen Vogtland bei 7,8 Millionen Euro.