Logistik-Zentrum vor der Haustür?

Gemeinderat Gerüchteküche beunruhigt Herlasgrüner Bürger

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Marlies Singer aus Herlasgrün macht sich Luft. Sie wollte mehr über ein mögliches Gewerbegebiet vor ihrer Haustür erfahren. Foto: Thomas Voigt

Herlasgrün. Spekulationen um ein Gewerbegebiet vor der Haustür der Herlasgrüner Anwohner sorgten am Donnerstagabend während der Gemeinderatssitzung im Jocketaer Feuerwehrgebäude für viel Wirbel. Das Thema stand nicht auf der Tagesordnung und kochte erst zur Bürgerfragestunde hoch. Im Vorfeld schrieb die Bürgermeisterin der Gemeinde Pöhl, Daniela Hommel Kreißl, auf Bitte von Landrat Rolf Keil (CDU) die Grundstückseigentümer an. Inhaltlich ging es darum, ob seitens der Anwohner Interesse bestünde, ihre Grundstücke an den Vogtlandkreis zu verkaufen. Auf den Zweck für eine mögliche Flächennutzung sei man in diesem Schreiben nicht eingegangen.

Vogtlandkreis auf der Suche nach Standorten für Gewerbeparks

Das befeuerte offenbar die Gerüchteküche. In Herlasgrün gibt es Eisenbahn- und Autobahnanschluss. Gemeinderat Heiko Lang - er vertritt im Rat die Interessen des Vereins zum Erhalt des Naturraums Talsperre Pöhl - brachte ein Güterverkehrszentrum und eine Müllverbrennungs-Anlage ins Spiel. Der Gemeindevertreter bezog sich auf "geheime Gespräche", von denen er Kenntnis habe und auf die Regionalplanung.

Fakt ist, dass der Vogtlandkreis auf der Suche nach geeigneten Standorten für Gewerbeansiedlungen ist. Vor diesem Hintergrund habe die Bürgermeisterin Unterstützung gewährt. Auf ihre Nachfrage nahm Keil nun Stellung zu den Gerüchten. In der Region laufe kein Verfahren zur Beantragung des Baus einer Müllverbrennungsanlage, stellte er klar. In diesem Zusammenhang erinnerte Keil an den rechtsgültigen Beschluss des Kreistages, der sich gegen ein solches Vorhaben positionierte.