Männer bedanken sich bei ihren Frauen

Ehrenamt Dass ein familiäres Klima mehr bedeuten kann als Geld, macht die SG Stahlbau vor

Der BLICK ist als Bürgermedium Partner des Ehrenamtes. Seit Monaten stellen wir den Lesern Menschen und Vereine vor, ohne die es in der heutigen Zeit wohl aus sozialer Sicht noch kälter wäre. Als 1991 die ursprünglichen DDR-Bürger in alle Himmelsrichtungen ausschwärmten, da übernahm ein Mann mitten in Plauen die Verantwortung. Uwe Bamberger meldete sich bereit für die Vorstandsarbeit im Verein. 29 Jahre jung, Sohn Martin war gerade raus aus den Windeln, stürzte sich Uwe hinein in den Funktionärsalltag. "Ganze fünf Jahre später war ich plötzlich 1. Vorstand der SG Stahlbau Plauen", erinnert sich Uwe heute an die verrückteste Zeit seines Lebens. Ständig an seiner Seite war mit Heinz Kramer ein allseits beliebter Haudegen, der bereits 1953 Vereins- und 1974 Vorstandsmitglied wurde. "Hinter uns liegen sehr, sehr schwere Jahre", denkt Heinz an den drohenden Abstieg der ersten Männermannschaft zurück. Die Fußballer vom Lindentempel standen kurz vor dem Absturz in die unterste Liga der Republik. "Das ist noch gar nicht so lange her. Das war 2007", kramen Uwe und Heinz in ihren Erinnerungen. Doch dann folgte das, was keiner für möglich gehalten hätte. Ganz ohne Geld und Antrittsprämien feierte ausgerechnet diese SG Stahlbau einen Erfolg nach dem anderen. Zunächst trumpfte der Nachwuchs groß auf, dann ließen es die Eigengewächse im Männerbereich heftig krachen. Der Abstiegskandidat (2007) kletterte über die Kreisklasse (2008) und die Kreisliga (2009) bis zur Bezirksklasse (2010) nach oben und gehört in der neu gebildeten Vogtlandliga zu den etablierten Teams. Wie aber ist so etwas möglich, wenn viele der gegnerischen Mannschaften monatlich für mehrere hundert Euro Antrittsprämie auflaufen? "Wir sind ein Familienbetrieb, der wahrscheinlich mehr zu bieten hat als Geld", vermutet André Höfer. Der 26-Jährige arbeitet ausgerechnet als Bankkaufmann in der Sparkasse Vogtland und auf den Abwehrspieler warten zu Hause seine Franziska und zwei niedliche Kinder. Dennoch hat er sich für dieses schwierige Ehrenamt entschieden, Falk Rother (49), Thomas Schnabel (43) und Oliver Jentsch (25) gehören ebenfalls zum Vorstand. Überraschend ist auch, was die alte und die neue Stahlbau-Spitze in der heutigen BLICK-Ausgabe gerne lesen möchten: "Herzlichen Dank unseren SG-Frauen für eure Hilfe und euer Verständnis." Diese Geschichte ist doch toll, oder?