Märchenhaftes in der Staudtenmühle

Hoffest Erinnerungen an die Historie des Gehöfts

Zum Hoffest in der Staudtenmühle ging es gar märchenhaft zu. Auch wenn es hier keinen Müllersohn gab, der zum König wurde, weist das Gehöft doch eine interessante Historie auf. Familie Spranger hat sich vor einigen Jahren zurück besonnen auf die Geschichte ihres Gehöftes. Damit begannen auch die Hoffeste. "Dieses Jahr ist es das fünfte Mal, dass wir Besucher einladen", so Petra Spranger. Sie lässt sich dazu jedes Jahr etwas Neues einfallen. Diesmal war es der gestiefelte Kater alias Romy Jasinski aus Magwitz. Der kecke zweibeinige Kater lief umher und bot den Besuchern Schinken- und getrocknete Apfelstücke zum Probieren an. "Schließlich hat der Kater dem Müllersohn das Glück gebracht und ihn zum König gemacht", so die Hausherrin verschmitzt. Doch das war noch nicht alles: Im Klanggarten entdeckten Groß und Klein die verschiedensten Musikinstrumente, die in den Ästen der Apfelbäume hingen.

Theo Spranger traf man beim Brotbacken an. "Mein eigenes Brot backen, das wollte ich immer", erinnert er sich daran, als er den Steinbackofen errichtete. Sogar diesem könnte man mit etwas Fantasie märchenhaftes Flair zuschreiben, scheint er doch an den Ofen der bösen Hexe im Märchen von Hänsel und Gretel zu erinnern. Theo Spranger ist in der Staudtenmühle aufgewachsen. Bis 1979 wurde hier Schrot gemahlen. Damit beliefert wurden die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) in Reuth und der Schweinemastbetrieb in Plauen, kann er sich noch gut erinnern "Wenn ich aus der Schule kam, ist geschroten worden. Dazu hatten wir aber auch noch die Landwirtschaft." Als dann die LPG in Reuth eine eigene Mühle baute, sollte der Vater darin arbeiten. "Das hatte er aber abgelehnt. Er suchte sich eine andere Arbeit mit der Reparatur von Holzflachpaletten." So konnte er seine Selbstständigkeit bis zur Rente beibehalten. Theo Spranger indes lernte Elektriker, hat sein eigenes Geschäft. Ehefrau Petra hilft bei der Büroarbeit. Mit der Rückbesinnung auf die Historie der Mühle hat sie zudem eine neue Aufgabe (lieb)gewonnen. "Ich arbeite gerne mit Kindern, bin gelernte Erzieherin." In der Staudtenmühle lädt sie nun Kindergärten und Schulklassen zu Projekttagen ein, veranstaltet Kindergeburtstage. Altes oder Vergessenes neu und Unbekanntes zu entdecken, das ist ihre Motivation. Sei es mit Pizzabacken oder bei Workshops, beim Kochen mit Kräutern oder beim Ernten von Früchten.