Mit dem Adler auf Augenhöhe: Hospiz-Helfer laden Familien in Falknerei ein

Ehrenamt Tolle Aktion in Plauen

Plauen. 

Plauen. Falkner Hans-Peter Herrmann liebt das freie Spiel mit seinen faszinierenden Vögeln. Inzwischen hat sich die Falknerei zu einer der größten in Ostdeutschland entwickelt. In den vergangenen Monaten entstand im Areal am Reißiger Gewerbering viel Neues. Davon konnten sich am Montag Vertreter vom Bundesverband Deutsche Mittelgebirge überzeugen. Die Gastgeber vom Tourismusverband Vogtland präsentierten das Gelände als touristisches Highlight der Region. Der Falknerei-Gründer, der für seinen Beruf brennt, will hier noch einiges bewegen und investieren. Geplant ist unter anderem ein Walderlebnis-Pfad. Außer montags starten täglich ab 15 Uhr Vorführungen. Eingelassen wird eine Stunde vor Beginn der Show. Die Saison endet am 8. November.

Ein besonderes Erlebnis hatten die Ausflügler vom Hospizdienst "Nächstenliebe" in der Plauener Falknerei Herrmann.

Sieben Familien aus dem Vogtland erlebten am Samstag mit ihren schwerkranken Kindern eine spannende Weltreise. Begeistert schauten Karina und Jörg Rogler den anmutigen Vögeln bei ihren Flugmanövern zu. Die Eheleute aus Bad Elster sind Eltern von insgesamt sieben Kindern. Mit seinen acht Jahren ist Sohn Luis der jüngste Spross.

Ein angeborener Gendefekt macht ihm das Leben nicht gerade leicht. Der Junge braucht Rundumbetreuung durch Intensivpflege zu Hause. Zu den Ehrenamtlichen vom Hospizdienst haben die Roglers ein enges Verhältnis. In schwierigen Situationen oder Krisenzeiten sei immer jemand da für sie. "Die Ehrenamtlichen sind nicht mit Geld zu bezahlen. Wenn's darauf ankommt, kann man sich auf sie verlassen."

Beim gemeinsamen Fototermin mit einem Falke steuerte Luis mit seinen kleinen Händen den elektrischen Rolli mit viel Gefühl sicher über die Wiese. Vorher nahm Falkner Hans-Peter Herrmann die Gäste auf eine Reise durch mehrere Kontinente. Aus nächster Nähe erlebten sie wie Falken, Geier, Adler, Eulen und Eisvögel im freien Flug ihre Beute schlagen. Petra Zehe hatte im Vorfeld alles organisiert. Sie zieht die Strippen im Verein. "Ich bin froh, dass alles so gut geklappt hat."

Als enge Vertrauensperson hat die in Trieb wohnende Koordinatorin viele Einblicke in die Familien. "Sie wollen so wie sie sind akzeptiert und integriert werden." Derzeit begleiten die ehrenamtlichen Betreuer über 140 erwachsene Patienten und acht schwerkranke Kinder, verriet Zehe. Jährlich werden in Auerbach und Klingenthal neue Interessierte zu Hospizhelfern ausgebildet.

Die Ehrenamtler sind mit dem Pflegenetzwerk des Vogtlandkreises vernetzt. Kontakte gibt es unter anderem zu Pflegeheimen, Palliativstationen und dem stationären Hospizdienst. Mehr Infos gibt es unter Telefon: 0163 614 90 65.