Mit dem Schnee-Chaos drohte das Aus

Vorgestellt Michael Marscheider startete 1990 als einer der ersten nichtstaatlichen Fahrlehrer

Einer von zehn Straßenverkehrs-Teilnehmern kann nicht richtig Autofahren. Das behauptet Fahrlehrer Michael Marscheider. Und der muss es ja wissen. "Diese Leute kommen nur so gut durch, weil alle anderen Rücksicht nehmen und ihnen helfen", hat der 56-Jährige in 25 Berufsjahren festgestellt. Der Plauener stürzte sich am 1. September 1990 ins unternehmerische Abenteuer. "Es war ein großer Kampf, der eigentlich schon verloren schien", blickt der Familienvati zurück. Im Winter 2006 lag seinerzeit ein halber Meter Schnee. Die ohnehin rückläufigen Fahrschülerzahlen gipfelten am Nullpunkt. "Mir lag zu jenem Zeitpunkt keine einzige Anmeldung vor. Also habe ich als Schweißer bei Neoplan angefangen, um das Schiff über Wasser zu halten", blickt Michael auf das dunkelste, aber sehr lehrreiche Kapitel seiner beruflichen Laufbahn. Aber das ist Geschichte. Der gelernte Stahlbau-Schlosser hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen und er ist als Kämpfer groß geworden. "Über die Hälfte aller Plauener Fahrschulen gibt es nicht mehr", stellt der Diplom-Ingenieur (Fachrichtung Stahlbau) fest. Sein kleines Unternehmen überlebte unter anderem auch, weil die mithelfende Ehefrau Marion kaufmännisch klug wirtschaftete. Und heute stellt Michael Marscheider fest: "Im Augenblick hat unsere Branche gut zu tun. Es gibt viele Fahrschüler." Seine älteste Fahrschülerin war übrigens stolze 70 Jahre jung "und die kürzeste Ausbildungszeit in Theorie und Praxis betrug nicht einmal zwei Wochen, weil alle behördlichen Angelegenheiten im Vorfeld geklärt waren", berichtet er. Der Trainer des deutschen Verkehrssicherheitsrates vermutet "dass wir die kleinste, zugleich aber die humorvollste Fahrschule im Vogtland sind." Aktuell arbeitet Michael so viel wie er kann. "Ich habe sozusagen eine Eisbude. Also muss ich im Sommer so viel tun, dass ich gut durch den Winter komme." Übrigens war Michael Marscheider auch schon selbst der älteste Fahrschüler. "Das stimmt. Ich habe im vergangenen Jahr den Busführerschein gemacht", lächelt das Unikum. kare