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Mühltroff fühlt sich benachteiligt im Tourismuskonzept des Mühlenviertels

Tourismus Mühltroff wünscht sich mehr Zusammenarbeit mit den Vereinen vor Ort und eine feingliedrigere Struktur.

Pausa-Mühltroff. 

Pausa-Mühltroff. "Ich sehe eine sehr starke Fokussierung auf Rosenbach und Leubnitz", sagte Mario Taubner-Wude, als Touristikfachfrau Heike Löffler anlässlich der Stadtratssitzung in Pausa-Mühltroff für das Tourismuskonzept der Region Rosenbach, Pausa-Mühltroff und Weischlitz warb. Zwar gab der Stadtrat Pausa-Mühltroff letztlich grünes Licht, sogar einstimmig, aber die Kritik des Mühltroffer Ortsvorstehers, der auch im Vorstand des Mühltroffer Schlossfördervereins ist, war deutlich.

"Ich denke auch, dass es an der Zeit ist, zu einer Feingliederung zu kommen", so Taubner-Wude. Das Konzept müsste beinhalten, was in zwei bis fünf Jahren das Ziel ist. Vieles wäre zu allgemein gehalten und wäre auch schon vor zehn Jahren so gesagt worden. Und: "Ich wünsche mir mehr Zusammenarbeit. Einmal im Jahr ein Stammtisch der Vereine ist zu wenig."

Es sollte auch ein Beschwerde-Management geben, welches Kritik überprüft. "Die Qualität muss gesichert werden." Besucher seien mit der Gastfreundlichkeit nicht immer zufrieden. "Man ist nicht auf Touristen eingestellt." Er wünsche sich, dass vom Fremdenverkehrsverein weniger Geld in die Werbung gesteckt werde, sondern es mehr Bemühungen vor Ort geben sollte. Ob für die Gaststätten oder Unterkünfte oder Vereine. Taubner-Wude sprach für das Schloss Mühltroff und den dessen Förderverein: "Im Schloss Mühltroff feste Öffnungszeiten anzubieten, das ist als Verein nicht zu schaffen."

Heike Löffler indes meinte, dass sie regelmäßig die Vereine informiere, dass es eine gute Zusammenarbeit gebe. Etwa mit dem Förderverein Wisentatalbahn oder dem DDR-Museum. "Das funktioniert auch." Es wäre beispielsweise gut, dass an den Fahrtagen der Wisentatalbahn die Fahrgäste in Mühltroff das Museum besuchen könnten, weil es da öffnet. Das wäre auch fürs Schloss ideal. "Wir versuchen mit den Partnern vor Ort Mängel zu beheben." Oder gemeinsame Lösungen zu finden.

Die Chefin des Fremdenverkehrsvereines Rosenbach nannte die Zahlen für Mühltroff: Im Jahr 2019 hatte das Schloss Mühltroff 1550 Besucher, ins DDR-Museum kamen 883 Gäste. Mit der Wisentatalbahn fuhren rund 5000 Fahrgäste. Für das große ehrenamtliche Tun, mit welchem die Mühltroffer ihr Schützenhaus sanieren, war die Touristikfachfrau voll des Lobes. "Das Schützenhaus wird dann mit ausgeschildert, wenn unser touristisches Leitsystem umgesetzt wird." Seit 2016 arbeitet der Fremdenverkehrsverein Rosenbach daran. Dieses Jahr wird es umgesetzt.

Als Bindeglied an die aufstrebende Tourismusregion "Zeulenrodaer Meer" bezeichnete Löffler die Stadt Pausa. "Da sollten wir uns mit ran hängen. Wir wären selbst schuld, wenn wird das nicht nutzen." Es gebe auch eine Anfrage von Schleiz für einen Radweg in diese Richtung. Als Erfolge der vergangenen Jahre für Pausa-Mühltroff nannte Heike Löffler die Direktvermarktung mit der Ziegenkäserei Langenbach und die Agrargenossenschaft "Weidagrund" in Unterreichenau, das Mühlenhandwerk, Karl Erdmann von Kospoth, dessen Musik und Leben der Schlossförderverein sich im einstigen Wohnsitz des Adligen widmet. Auch der Mühltroffer Rundwanderweg, den der Vogtländische Heimat- und Wanderverein Mühltroff und Umgebung e.V. reaktiviert habe, sei ein Beispiel. Das Thema Sport mit dem Kraftsportverein Pausa spiele eine Rolle, denn auch da kommen zu Wettkämpfen Leute aus der Ferne in die Region.

"Wir sollten unsere Potentiale besser nutzen und Profile erstellen", so die Fachfrau für Touristik. Auch am Bewusstsein müsse gearbeitet werden. Der Tourismus sei ein Wirtschaftsfaktor, das müsse man begreifen. Das erste Tourismuskonzept für das Vogtländische Mühlenviertel (damals noch ohne das Gebiet um den Burgstein) war 2011 erstellt worden. Heute fördern die Gemeinde Rosenbach, die Stadt Pausa-Mühltroff und die Gemeinde Weischlitz den Tourismus. Mit dem fortgeschriebenen Tourismuskonzept wollen die drei Kommunen diesen Weg weitergehen.



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