Mühltroffer zeigen dem Ministerpräsidenten ihre Herzensobjekte

Ehrenamt Vereine stellen ihr Engagement vor

Mühltroff. 

Mühltroff. Gründlich hatten sich die Mühltroffer Vereine darauf vorbereitet, wenn Michael Kretschmer ihrem Städtchen die Ehre erweist. Gestern war es soweit, mit Spannung wurde der Besuch aus Dresden erwartet, der von Michael Pohl und Jonny Ansorge, dem neuen und dem alten Bürgermeister von Pausa-Mühltroff, begrüßt wurde.

Im Schloss, welches der Kommune gehört, hatte der Mühltroffer Ortsvorsteher Mario Taubner-Wude das Wort. Er ist nicht nur im Vorstand des Schlossfördervereines, sondern wusste auch aus der Historie des Schlosses zu erzählen. Dass das Schloss einst als Burg galt, die Geschichte tausend Jahre zurück reicht und Kospoth ein emsiger Komponist und ein Revolutionär war. Und so wie der Förderverein Kospoth vor dem Vergessen bewahren will, soll sein einstiger Wohnsitz, das Schloss, für die Nachwelt erhalten, instand gesetzt und saniert werden. Taubner-Wude sprach deutliche Worte, indem er auf die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH verwies, die 19 verschiedene Objekte verwaltet und der dafür ein Millionenbetrag zur Verfügung steht. "Bei dem Betrag klingelt es bei mir", sagte er zu Michael Kretschmer. Und: "Unser Schloss ist es wert, erhalten zu bleiben." Um seinem Anliegen Nachdruck zu verleihen, drückte er dem ersten Mannes im Freistaat einen persönlich geschriebenen Brief in die Hand.

Der Ortsvorsteher sprach auch von anderen rührigen Vereinen in Mühltroff, die die Eigenanteile der Kommune selbst stemmen, um Fördermittel, welche die Stadt beantragt hatte, überhaupt nutzen zu können. So wie der Schlossförderverein die Fenster und den Eingang des Gebäudes sanierte, setzt sich der VfB Mühltroff, dessen Fußballer in der Landesklasse spielen, für einen neuen Sportplatz ein und der SV Mühltroff für die Turnhalle. Auf beide Vereine wies auch Elke Rauh vom Förderverein Bürgerhaus Mühltroff beim Blick aus dem Fenster im Saal des Schützenhauses hin, denn die Herzenobjekte befinden sich räumlich alle nahe beieinander.

Kretschmer konnte keine Zusagen machen

Das Schützenhaus, in welchem derzeit Bauarbeiten laufen, war die zweite Station des Ministerpräsidenten. Zur Sanierung des kommunalen Gebäudes, vor allem des desolaten Daches, hatte sich der Förderverein gegründet. "40.000 Euro beträgt der Eigenanteil, nochmal 40.000 Euro der Kredit", so Elke Rauh. Letzteren habe man nur mit privater Bürgschaft erhalten können. Bei 160.000 Euro liegt die Sanierungssumme. "Wir haben um die 60 Enthusiasten um uns geschart", gab sie sich zuversichtlich.

Auch wenn der Ministerpräsident sich vom Engagement der Mühltroffer beeindruckt zeigte, konkrete Zusagen konnte er gestern nicht machen. "Es funktioniert nur mit denjenigen, die sich vor Ort engagieren. Deshalb bin ich gerne hier", unterstrich er. Dass das Schloss in Mühltroff in die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH aufgenommen werden könnte, dafür machte er Taubner-Wude wenig Hoffnung. "Ich habe mehrere solche Briefe", sagte Kretschmer. "Zusagen kann ich, die Sanierung weiter zu unterstützen." Da sehe er sich in der Pflicht. Er dankte den ehrenamtlich Aktiven in Mühltroff für ihr Engagement. Für die Erhaltung des Schlosses wie auch für die Sanierung des Schützenhauses.