Museum ehrt die Rose und ihre Symbolkraft

Kultur Sonderausstellung im Greizer Unteres Schloss

Greiz. 

Greiz. Woher kommt die Symbolkraft der Rose? "Das war meine Fragestellung zur Ausstellung", sagt Rainer Koch, Museumsdirektor in Greiz. Im unteren Schloss kommt man dem Symbolcharakter der Rose, die auch als Königin der Blumen bezeichnet wird, näher. "Mit der Sonderausstellung "Die Rose - Königin der Liebe" nehmen wir die Besucher mit auf eine kulturgeschichtliche Zeitreise, auf welcher sie sehen, fühlen und riechen können. Im Zeichen der Liebe verzaubert uns die rote Rose mit ihrem Duft, der samtigen Farbe, Zartheit und Harmonie."

Eine jahrhundertelange Faszination

Sie gebe die Chance, einem anderen Menschen ohne Worte seine Verbundenheit zu zeigen und ihm das Gefühl zu geben, dass man wichtig für jemanden ist. Rosen gelten als geheimnisvoll - einerseits die Stacheln als Symbol für das Martyrium, den Schmerz, andererseits die göttliche Schönheit der Blüte als Zeichen der Liebe. Die Blume hat die Menschen seit Jahrtausenden fasziniert. Vertreter der Rosenfamilie findet man nahezu auf dem gesamten Erdball. "So vielfältig ihr Vorkommen, so breitgefächert ist ihre Bedeutung von der Kulturgeschichte bis zur Heilkunde", sagt Rainer Koch. Es gehören auch die Blüten des Apfelbaumes oder der Hagebutte dazu.

Wandel des Bildes im Laufe der Geschichte

"Die Rose lebt in den Mythen, den Religionen, der Literatur und der Kunst. Archäologisch nachgewiesen ist die Bedeutung der Rose durch Grabbeigaben in getrockneter Form oder als Öl schon in den frühen Kulturen Ägyptens und Persiens", weiß der Museumschef. "Allerdings färbte erst die griechische Göttin Aphrodite mit ihrem Blut die erste Rose rot, dann waren es die Römer mit ihren ausschweifenden Gelagen der Liebesgöttin Venus zu Ehren, die die Königin der Blumen entweihten und die Rosen für einige Jahrhunderte als unchristlich erscheinen ließen. Allerdings wurde die Königin rehabilitiert und bestieg als Symbol der Mutter von Gottes Sohn erneut den Thron höchster Aufmerksamkeit. Ihr zu Ehren zieren heute große Rosettenfenster die bedeutenden Kathedralen des 11. bis 14. Jahrhunderts."

Gedichte und Werke der Bildenden Künste

Schon Hildegard von Bingen beschrieb die Heilkraft der Rose sowie deren Früchte. "Wer einen Insektenstich hat, gibt etwa ein Rosenblatt auf die Einstichstelle", empfiehlt Rainer Koch. In der Sonderschau schmücken Rosenmotive verschiedene Vasen, Schalen, Figuren aus Porzellan und anderen Materialien. Es gibt in der Schau ganze Rosenwände mit poetischen Versen, immer der Rose gewidmet, zu bestaunen. Denn viele Gedichte und Werke der Bildenden Kunst huldigen der Königin der Liebe. Die Vielfalt des Ausstellungsthemas illustrieren die Gemälde des Künstlers Peter Zaumseil aus Elsterberg ebenso wie eine umfangreiche Sammlung der Sammlerin Edith Breitkreutz aus Gotha.