Nach 0:1-Schock: VFC überrennt den Angstgegner

Fussball Neuformierte Plauener haben Schott Jena mit 3:1 besiegt

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Die Geschwister Julian Dolle (links) und Dominik Knobloch haben in ihrem ersten gemeinsamen Spiel gleich einen Sieg gefeiert. Foto: Karsten Repert

Plauen. Hut ab VFC Plauen. Der vollkommen umgewürfelte Fußball-Oberligist hat nach dem 0:1-Rückstand Angstgegner Schott Jena wütend überrannt. Der 3:1-Sieg war hochverdient. "Das darf jetzt aber kein Grund sein, in Euphorie zu verfallen", betont Trainer-Debütant Daniel Rupf.

Das hatte so keiner erwartet

Die Vorbereitung auf diesen "Tag Null" im Vogtlandstadion war ganz schwierig. Zu keinem einzigen Training waren alle Spieler da. "Wir haben aus wirtschaftlichen Gründen eine vollkommen neue Mannschaft bilden müssen. Abgänge, Zugänge, ein neues Betreuerteam: Schwieriger kann es mitten in der Saison nicht sein", blicken die beiden Trainer Daniel Rupf und Falk Schindler auf verrückte sechs Wochen zurück.

Im Spiel gegen den SV Schott Jena kamen so mit Silvano Varnhagen (Start-Elf, nach zehn Monaten Pause) und Sebastian Hauck (eingewechselt, nach elf Monaten Pause) zwei Langzeitverletzte zum Zug. Der 18-jährige Julian Dolle durfte sogar als Hauptstürmer ran. Und das VFC-Eigengewächs schrieb gleich Geschichte. Aber der Reihe nach.

0:1-Schock macht die Plauener wütend

Lediglich die VFC-Abwehrreihe durfte man nominell als Konstante bezeichnen. Die anderen Mannschaftsteile und die Auswechselbank erlebten die 186 Zuschauer eher als eine Mischung aus Abenteuer und Zukunftsmusik. VFC-Kapitän Stefan Schumann war "deshalb eigentlich sehr zufrieden mit unserer Defensivarbeit. Dass wir trotzdem mit 0:1 in Rückstand gerieten, das war ein ganz dummes Ding."

Was war passiert? Torwart-Rückkehrer Dominik Knobloch, der vom SSV Tirpersdorf zurückkam, fing sich eine Flanke von der linken Seitenauslinie ein. Der Jenenser Philip Nitsch verpasste mit seiner Eingabe zwar Freund und Feind. Doch das Leder wurde immer länger, klatschte an den rechten Innenpfosten. Und es stand vollkommen überraschend 0:1 (61.). Was folgte, das war ein einziger Plauener Sturmlauf. Der VFC schäumte vor Wut.

Zehn VFC-Großchancen in einer Halbzeit

Schon vor dem 0:1-Schock besaß der VFC vier "Riesen". Trainer-Debütant Daniel Rupf erklärte im Nachgang die Regel: "Wenn man vorn solche Großchancen nicht verwandelt, kracht es hinten." Nach dem Rückstand aber brachen dann alle Dämme. Von sechs Großchancen machten Kapitän Stefan Schumann (82.), Joker Stefan Fritzlar (87.) und eben Nesthäkchen Julian Dolle (90.+3) drei dieser Möglichkeiten zu Toren. Letzterer war überglücklich: "Mein Einstand hätte nicht besser laufen können und ich freue mich auch für meinen Bruder, dass wir das Ding noch umgebogen haben."

Nächste Woche kommt Inter Leipzig

Festzuhalten bleibt noch, dass der VFC erstmals in seiner Vereinsgeschichte ein Punktspiel auf Kunstrasen bestritten hat. Und dass es kommenden Sonntag (18. Februar, 13 Uhr) vermutlich an gleicher Stelle gegen den FC International Leipzig den offiziellen Rückrundenstart gibt.