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Nach begeisterndem Sturmlauf folgt Demut!

Handball Der SV 04 Oberlosa hat den HSV Apolda alt aussehen lassen

Plauen. Der SV 04 Oberlosa besiegte am Samstagabend den HSV Apolda mit 29:22 (12:10). Die Plauener haben mit 12:2 Punkten den Tabellenplatz im Spitzentrio der Mitteldeutschen Oberliga zementiert. Und sie spielen von Woche zu Woche besseren Handball. Um aber diesen Sieg richtig einzuordnen, muss man in die Vergangenheit schauen!

Es hätte auch anders laufen können

Rückblick: Genau vor drei Jahren hatte der HSV Apolda mit seiner Masche in Plauen Erfolg. Rechtsaußen Danny Mertig weiß es noch: "Ich erinnere mich an dieses schlimme Spiel. Ich bin immer wieder an diesem Torwart gescheitert." In der Tat. HSV-Schlussmann Igor Toskoski ließ die Plauener verzweifeln. Und die Apoldaer versuchten permanent, die Spitzenstädter zu provozieren. Denny Mertig sah in diesem Spiel sogar Rot. Und der Apoldaer Nobert Ban traf damals mit der Schlusssirene zum 24:24-Ausgleich. Apolda "klaute" dem eigentlich sicheren Sieger einen Punkt. Denny Mertig traf damals nur einmal. "Genau dort ist jetzt der Unterschied. Wir lassen uns nicht mehr aus der Fassung bringen", stellte der "Man of the Match" fest. Denny Mertig (33) traf neunmal ins Schwarze!

Jetzt bloß nicht größenwahnsinnig werden

Oberlosa trotzte so in einem begeisternden Sturmlauf den eigentlich bärenstarken Gästen, die phantastische Einzelkönner in ihren Reihen hatten, ein ums andere Tor ab. Zur Pause hätte noch keiner der 594 Zuschauer für möglich gehalten, dass der SV 04 so deutlich gewinnen könnte. Der Oberlosaer Assistenztrainer Richard Wander findet "diese Entwicklung sehr gut. Der Gegner hat mit Haken und Ösen auf uns eingewirkt. Er hat versucht, in eine Schwachstelle hineinzubohren. Aber mit unserer lobenswerten Disziplin und unserer beachtlichen Physis haben wir Apolda Stück für Stück auseinander genommen." Richard Wander warnt übrigens zugleich: "Wir sind noch immer ungeschlagen. Das ist klasse. Es wäre aber ganz schlimm, wenn wir jetzt in den Größenwahn übergehen. Nur mit Demut werden wir besser."

Sogar die drei Torhüter sind eins!

Wie diese Demut aussieht, das machen die drei Torhüter des Vereins deutlich. Die aktuelle Nummer 3 - Erik Petzoldt (26) - saß in Spielermontur auf der Tribüne. Er wäre bereit gewesen, hätte sich während der Erwärmung einer der Keeper verletzt. Carsten Klaus (35) - einer der besten Torhüter der Liga - saß 59 Minuten auf der Auswechselbank, obwohl er aktuell in Topform ist. Und diese beiden bejubelten jede Parade, die der 20-Jährige Max Flämig gegen Apolda aufs Parkett zauberte. "Max Flämig ist aktuell einfach nur einen Tick besser. Vielleicht deshalb, weil er hinter sich einen überragenden Druckmacher sieht", vermutet SV-Trainer Petr Hazl. Erwähnen muss man noch, das Oberlosa drei Ausfälle (Sebastian Duschek, Marcus Peschke, Torsten Wetzel) problemlos kompensierte und dass Louis Hertel, Jakub Kolomaznik, Marc Multhauf, Rico Englert, Paul Richter sowie Philip Trommer-Ernst mit ihren Toren den Gegner vollständig zu Fall brachten.

Trainer-Stimmen zum Spiel

Frank Ihl (Trainer Apolda): "Glückwunsch an Plauen-Oberlosa zum klar verdienten Erfolg. Wir hatten heute der Dynamik des Kontrahenten nur wenig entgegen zu setzen. Oberlosa hat das über die erste und zweite Welle sehr gut gespielt. Wir konnten das Tempospiel des Kontrahenten nicht unterbinden und hatten somit keine Chance".

Petr Hazl (Trainer Oberlosa): "Ich bin heute sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir wussten um die Stärke der Gäste und haben eine sehr konzentrierte Leistung geboten. Wir waren sehr diszipliniert und haben unsere Stärken voll ausspielen können. Ich denke der Sieg geht auch in dieser Höhe in Ordnung".

Statistik

Oberlosa: Klaus, Flämig; Kveton (1 Tor), Weikert (1), Roth, Englert (2), Märtner, Trommer-Ernst (3), Mertig (9), Richter (4), Hertel (1), Kolomaznik (3), Multhauf (5/ davon 3 Siebenmeter)

Zuschauer: 594



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