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Nach Rassismusvorwurf: Auerbach lädt Hertha ein!

Nachwuchscamp Ob die Berliner Jungs für ein Wochenende in den Waldpark kommen?

Auerbach. 

Auerbach. Es hatte einen Freistoß gegeben und dann schäumten die Emotionen auf. Wenn 15-jährige Fußballer auf dem Sportplatz um Punkte kämpfen, müssen die Erwachsenen immer wieder korrigierend eingreifen. Schnell schießt ein Spieler übers Ziel hinaus. Der Nächste lässt sich anstecken. Zack. Kettenreaktion. Gut, wenn es am Ende nur Worte sind, die durch die Gegend fliegen. Natürlich hört der "Spaß" an dieser Stelle auf. Erst Recht, wenn es zu Beleidigungen kommt, die als Diskriminierung eingestuft werden können. Vielleicht hat es so etwas gegeben. Am Samstag im Regionalligaspiel der B-Junioren zwischen dem VfB Auerbach und der U16 von Hertha BSC (0:2). Genau sagen kann das deshalb noch keiner, weil die Spieler des Gastgebers beteuern, dass es keine rassistischen Äußerungen gab. Die drei Unparteiischen haben nichts gehört, was merkwürdig ist, denn sie trennten während der "Rudelbildung" die Kampfhähne. Aufklären kann somit das Ganze nur der Gast aus Berlin. Dessen Trainer, der Mann heißt Sofian Chahed und hat mal 1. Bundesliga gespielt, beschimpfte allerdings den Sportlichen Leiter der Auerbacher mit den Worten: "Wer bist du? Mach' dich auf deinen Bauernhof." Volkhardt Kramer hatte sich zuvor vorgestellt und um Auskunft gebeten, weil keiner beim VfB Auerbach wusste, weshalb Hertha-Trainer Sofian Chahed seine Mannschaft zwölf Minuten vor Spielschluss in die Kabine schickte. Das zur Chronologie.

Musste Hertha das Spielfeld verlassen?

Waren die Verbalattacken der Auerbacher tatsächlich so schlimm wie behauptet? Dann wirkt das fix noch angefertigte Facebook-Bild auf der Hertha-Fanseite erst Recht sehr fragwürdig. Denn welcher Trainer stellt seine Mannschaft nach solch einer Verfehlung, die bislang nicht bewiesen ist, auch noch online zur Schau? Mit diesen Fragen hat sich die Mainstreamwelt bislang noch gar nicht befasst. Zunächst berichteten fast alle Medien ungefiltert über die Pressemitteilung von Hertha BSC. Der Bundesligist hatte allen Ernstes auf seiner Homepage eine öffentliche Bekanntmachung eingestellt. Die Rassismusvorwürfe von Hertha gegen den VfB Auerbach gehen nun quasi um die Welt: "Mehrere Spieler unserer Mannschaft sind von ihren Gegenspielern rassistisch beleidigt worden." An dieser Stelle sei dabei nochmals erwähnt, dass es sich um Halbwüchsige handelt, die mit ihren 15 Jahren ganz sicher noch nicht gefestigt sind und die genau deshalb in allen Bereichen des Lebens Eltern, Erzieher oder eben Trainer um sich haben. Trotzdem berichteten unzählige Medien ohne weitere Recherche.

Der VfB Auerbach wird zur Zielscheibe

So wurde der in Deutschland bislang unbekannte VfB Auerbach sogar bei sportschau.de zum Tagessieger aller kommentierten Facebook-Beiträge. Ein Wahnsinn! Denn dieser Berliner Nachwuchsbetreuer hat es geschafft, dass der ganze VfB Auerbach an den Pranger gestellt wurde. Die für vogtländische Verhältnisse sensationell gute Nachwuchsarbeit des Vereins mit seinen insgesamt 16 (!) Mannschaften und 70 Betreuern, sie wird derzeit von vielen Menschen mit Füßen getreten. "Wir wollten zunächst klagen. Es gibt unfassbar böse Angriffe, Gewaltandrohung, Hetzereien und üble Verleumdungen", berichtet VfB-Pressesprecher Marcus Schädlich. In der Nacht von Samstag auf Sonntag um 2 Uhr hatten unbekannte Anrufer sämtliche Telefonnummern der Auerbacher gewählt und Telefonterror gemacht.

Auerbach lädt Hertha ein

Der VfB Auerbach geht nun aber in die Offensive. "Wir laden die Jugendlichen von Hertha BSC und deren Betreuer ganz herzlich ein. Wir wollen ihnen im Waldpark Grünheide zeigen, wer und was wir sind. Wir wollen Frieden auf Erden und keinen Hass. Und wir möchten das in gemeinsamen Talkrunden mit Pädagogen am Feuer besprechen. Wir wollen zusammen Würste grillen und dazulernen. Unsere Jungs sollen die Berliner Jungs kennenlernen. Und die Berliner sollen unsere Auerbacher Jungs verstehen." Der VfB Auerbach wird am Dienstag eine entsprechend formulierte Einladung nach Berlin schicken.



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