Nach Streit zwischen Betreiber und Stadt: Winterdorf in Plauen wieder offen

Wochenlang eskalierte der Konflikt um fehlende Parkplätze und Genehmigungen. Jetzt hat das beliebte Winterdorf wieder geöffnet.

Plauen

Über Wochen hat sich ein Streit zwischen Mario Martin und der Stadt Plauen hochgeschaukelt. Jetzt hat der Gastronom sein Winterdorf im Rathaus-Lichthof geschlossen.

Konflikt um Parkgenehmigungen sorgt für Frust

Ohne dem Winterdorf fehlt dem Weihnachtsmarkt eine Attraktion. "Ich werde schikaniert", behauptet der Unternehmer. Etliche Strafzettel hat er nach eigener Aussage bekommen. Seine Lieferfahrzeuge kann er nicht auf den vorgehaltenen Parkflächen abstellen, weil diese ständig belegt sind. "Täglich werden wir abgestraft, weil wir falsch parken", sagt Mario Martin. Er hat offenbar Parkgenehmigungen käuflich erworben, die vorhandenen Händlerparkplätze genügen jedoch nicht.

Schwierige Situation: Stadtverwaltung unter enormen Druck

Baubürgermeisterin Kerstin Wolf bestätigt folgende Sachlage: "Wenn Weihnachtsmarkt ist, herrscht eine riesengroße Parkplatznot. Seit Jahren wird der Druck im Kessel immer größer. Die Händler betteln uns an, dass sie mehr Parkkarten benötigen. Gleichzeitig haben wir neue Händlerfläche für Parkplätze geopfert, um den Markt attraktiver zu machen. Das wurde von uns gefordert. Es ist sehr schwierig, alle Interessen zu berücksichtigen", so die Bürgermeisterin.

Eisbahn und Winterdorf haben weitere Parkplätze "geschluckt"

Durch die Eisbahn am Topfmarkt und das Winterdorf im Rathaus-Lichthof sind insgesamt 30 Parkplätze verloren gegangen. "Das sorgt jetzt auf den vorhandenen Händlerparkplätzen für zusätzliches Gedränge", erläutert Kerstin Wolf.

Die Unzufriedenheit wächst

Ein weiteres Problem: Falschparker stellen sich ohne Genehmigung auf Händlerparkplätze. "Sie werden zwar abgestraft. Aber was bitte bringt mir das als Händler? Mein Parkplatz ist weg, die Stadt verdient Geld und ich bekomme ebenfalls einen Strafzettel. So verdient die Stadt sogar doppelt. Außerdem verdient die Stadt an meinen Händlerparkplatzgebühren", erläutert Mario Martin seine Sichtweise. "Ich mache das nicht mehr mit", kündigt Marion Martin an.

Zu viele Parkgenehmigungen für zu wenige Händlerparkplätze

Eskaliert war der Streit bereits am vergangenen Freitag. "Ich erwarte eine Lösung. Aber es kommt nichts. Also schließe ich das Winterdorf, auch wenn mich das Geld kostet", fügt Mario Martin hinzu.

Zu viele Genehmigungen, steigende Spannungen

Bürgermeisterin Kerstin Wolf hatte im Geschäftsbereich II bereits in der vergangenen Woche die Sachlage prüfen lassen. "Es sind nachträglich auf Druck der Händler zu viele Parkgenehmigungen erteilt worden. Unsere Leute tun ihr Bestes", stellt sich Kerstin Wolf vor ihre Mitarbeiter. Der raue Ton hat nun offenbar für verhärtete Fronten gesorgt. Anstatt aufeinander zuzugehen, sind jetzt erstmal die Schotten dicht.

Aufruf von Ralf Oberdorfer

Der frühere Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer stand gestern als einer der Ersten im Winterdorf vor verschlossener Tür. "Ich kann nur appellieren. Findet wieder zueinander. Es ist so schön einfach, alles auf das Rathaus abzuschieben. Dort landet der komplette Händlerfrust. Aber das kann es doch auch nicht sein. Plauen hat einen tollen, stark frequentierten Weihnachtsmarkt. Ihr alle zusammen, Händler und Stadtverwaltung habt dafür gesorgt, dass es toll läuft. Bitte findet gemeinsam eine Lösung", ruft Ralf Oberdorfer auf. Fortsetzung folgt...

Update am 10. Dezember gegen 6.30 Uhr

Nach ersten Informationen hat das Winterdorf im Rathaus-Lichthof wieder geöffnet. Weitere Informationen folgen.