Nachfrage nach vogtländischer Qualität steigt

Wirtschaft Die Gett Gerätetechnik Treuen muss erneut Mitarbeiter einstellen

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Bei Gett in Treuen gibt es viel Arbeit. Das Unternehmen muss erneut Mitarbeiter einstellen. Foto: André Zeidler

Treuen. Von hier bis ans andere Ende der Welt. Für die Gett Gerätetechnik ist das Alltag. 170 fleißige Vogtländer liefern in diesem Industriebetrieb jeden Tag gute Qualität ab. Das Unternehmen konnte 2016 wiederum wachsen. Der Umsatz erhöhte sich um acht Prozent auf 15,6 Millionen Euro. Und die Treuener erobern weiter den Weltmarkt.

Direkt an der Autobahnabfahrt der A72 produziert die Gett Gerätetechnik Tastaturen. Professionelle Bedientechnik also für Firmen in Deutschland und der Welt. Hier sind zum Beispiel staub- und wasserdichte Spezialtastaturen oder PC-Mäuse Standard. Doch Geschäftsführer Pierre Beer sieht dem steigenden Auftragsvolumen mit gemischten Gefühlen entgegen. "Die Präsenz am - aus unserer geografischen Sicht - anderen Ende Welt ist für uns eine fast schon notwendige Maßnahme."

Denn neben der dominierenden Wirtschaftsmacht China stehen die Nachbarn in Malaysia, Indonesien, Thailand oder den Philippinen vor einem Wirtschaftsboom. Australien und Neuseeland profitieren vom Aufschwung in der APAC-Region und deshalb ist der riesige asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum für die Firma im kleinen Treuen ganz wichtig.

Reagiert hat die Gett Gerätetechnik bereits mit der Gründung einer Unternehmenstochter. Die Gett-Gruppe sitzt nun auch in Hong Kong. Doch die damit verbundene Eigendynamik bereitet jetzt Probleme. Immer mehr Auftraggeber erkennen die Qualität aus dem Vogtland. Tag für Tag treffen neue Anfragen und Aufträge aus dem Büro in Hong Kong ein.

"Dieser Glücksfall ist für uns ein Ernstfall", räumt Tino Pietzsch auf Nachfrage ein. Der Geschäftsführer für den Fertigungsbereich sucht derzeit dringend Leute. Noch nie in der Firmengeschichte gab es so viel zu tun. "Während technische Ausrüstung prinzipiell ohne Weiteres verfügbar ist, sieht es bei der Gewinnung von neuen Mitarbeitern ganz anders aus", berichtet der Fertigungsleiter, der in Plauen zu Hause ist. Der lokale Arbeitsmarkt scheint nahezu "leergefegt". Obwohl über Mindestlohn gezahlt wird, gibt es freie Plätze.