Nazi-Name an Falkensteiner Sporthalle entfernt

Eklat Sporthalle heißt nun nur noch Sporthalle

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Foto: Thomas Voigt

Falkenstein. Das ging schnell. Der Namenszug Gotthard Schettler ist von der Sporthalle am Jahnplatz verschwunden. Vorausgegangen war ein Beschluss zur jüngsten Stadtratssitzung. Bei der Abstimmung gab es mehrere Enthaltungen.

Laut Beschluss ist nur von einer "Aussetzung" des Schriftzuges die Rede. In den vergangenen Wochen schlugen die Emotionen rund um den Namenszug am Gebäude hoch. Der verdienstvolle Arzt, der aus Falkenstein stammt, soll ein strammer Nazi gewesen sein. Neben seiner NSDAP-Parteizugehörigkeit soll er auch als Gaustudentenführer von Thüringen aktiv gewesen sein.

Rathauschef Marco Siegemund plädiert für Biografie-Aufarbeitung

Erst im Mai dieses Jahres wurde der Namenszug anlässlich des 100. Geburtstags des Internisten für viel Geld an die Sporthalle angebracht. Falkensteins Rathauschef Marco Siegemund (CDU) merkte man an, dass ihm die Angelegenheit äußerst unangenehm war.

Dennoch plädierte er für Sachlichkeit und eine wissenschaftliche Aufarbeitung Schettlers Biografie. Seine NSDAP-Akte befindet sich im Berliner Bundesarchiv. Einst wurde der international renommierte Mediziner mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Da noch viele Fragen offen sind, dürfte das Thema die Stadträte auch noch nach dem Jahreswechsel beschäftigen.



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