Neubeginn in der Pausaer Gärtnerei

Bilanz Familienbetrieb musste nach Befall von Pflanzenschädlingen von vorn anfangen

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Gärtnereimitarbeiterin Peggy Berkholz und Floristin Claudia Ziegenhagen zeigen die prächtigen Primeln. Foto: Simone Zeh

Pausa. In der Pausaer Gärtnerei blühen die Primeln prächtig in allen Farben. Die Tulpen und die Narzissen sind als nächstes dran, ihre Knospen lugen schon aus den Pflanztöpfen hervor. Bei diesem Anblick werden bei Gärtnereimeister Bernd Zauge und den Töchtern - eine ist Floristin, die andere Gärtnereimeisterin - Erinnerungen wach. "Es ist das gleiche Bild", sagt Tochter Claudia Ziegenhagen. "Es war am 27. Januar vor einem Jahr, als der Brief kam, dass bis zum 22. Februar alles geräumt werden muss", so Bernd Zauge. Absender war das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG).

Die Bilanz sah übel aus

Alle Pflanzen im Betrieb sollten vernichtet, alle Produktionsflächen desinfiziert werden. Alles musste in einer genehmigten Müllverbrennungsanlage entsorgt werden. Ein Alptraum für den Familienbetrieb, den keine Schuld traf. Den Oleander, an welchem der gefährliche Pflanzenschädling, das Feuerbakterium Xylella fastidiosa festgestellt wurde, hatte eine Kundin zum Überwintern gebracht. Die Folgen waren verheerend, der Familienbetrieb in seiner Existenz akut bedroht. Vor kurzem teilte das Umweltamt mit, dass die für fünf Jahre geltende Befalls- und Pufferzone, mit welcher verhindert werden soll, dass das Bakterium verschleppt wird, von zehn auf fünf Kilometer verringert wird.

Die Pufferzone hat eine große Bedeutung

Weitere Erleichterungen seien möglich, wenn es sich beim Auftreten des Bakteriums um einen Einzelfall handelt und durch Kontrollen nachgewiesen würde, dass sich das Bakterium weder angesiedelt noch verbreitet hat. Darauf hofft Bernd Zauge, denn allein die Verkleinerung der Pufferzone bringt für den Pausaer Betrieb eher Nach- als Vorteile. Etwa 200 Pflanzenarten dürfen aus diesem Umkreis nicht herausgebracht werden. Fast alle Kohlsorten, Tomaten und andere Pflanzen dürfe man nicht produzieren.