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Sachsen

Neuberin-Geburtstag in Reichenbach ohne Briefmarke

Geburtstag Friederike Caroline Neuber wurde 1697 geboren

Reichenbach. 

Reichenbach. Es wäre eine große Würdigung und eine immense Werbung für Reichenbach gewesen: Eine Briefmarke mit dem Bildnis der Theaterreformatorin, der berühmten Tochter der Stadt. Im nächsten Jahr jährt sich der Geburtstag von Friederike Caroline Neuber zum 325. Male.

Die Neuberin, wie sie bis heute respektvoll genannt wird, wurde am 8. März 1697 in Reichenbach geboren. Sie zählt zu den bedeutenden Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Bekannt und geschätzt wurde sie als Theaterreformatorin.

Ministerium erteilt Absage

Die Stadt Reichenbach bemühte sich, zum Jubiläum eine Briefmarke mit dem Bildnis der Neuberin auf den Weg zu bringen. Beantragt wurde dies von der Stadt beim Bundesfinanzministerium in Berlin. Doch es kam eine Ansage, die Neuberin wird nicht auf einer Briefmarke durchs Land reisen.

Friederike Caroline Neuber, Tochter des damaligen Gerichtsdirektors Daniel Weißenborn, war Schauspielerin, Theaterprinzipalin und Autorin. Von 1727 bis 1756 leitete sie mit einigen Unterbrechungen ihre eigene Theatertruppe, die in vielen deutschen Städten, vor allem in Leipzig spielte. Ihr Anliegen war es, den damals üblichen "Harlekin" und die "Haupt- und Staatsaktionen" von der Bühne zu verbannen. Das gelang ihr 1737.

Ihr Bemühen galt stetig der Einführung eines bürgerlichen deutschen Theaters. Im Jahr 1748 führte sie Lessings Erstlingswerk "Der junge Gelehrte" auf und leitete damit eine deutsche Theatertradition ein, die bis in die Gegenwart hineinreicht.

Friederike Caroline Neuber starb am 29. November 1760 in Laubegast bei Dresden. Ihr Geburtshaus ist heute das Neuberin-Museum und erinnert mit Bild- und Schriftdokumenten, Bühnen- und Theatertechnik sowie Theatermodellen an ihr Leben und Schaffen. Besucher gewinnen einen Einblick in die Theatergeschichte des 18. Jahrhunderts. Derzeit ist das Museum geschlossen.

Spuren der großen Frau findet man dennoch in Reichenbach, sogar an einer Hauswand im Stadtzentrum ist ihr Bildnis zu sehen.