Neuberinhaus zeigt Werke eines Nobelpreisträgers

Schau Arbeiten von Günter Grass zu sehen

Reichenbach. 

Reichenbach. Eine große Schau im Neuberinhaus Reichenbach zeigt Aquarelle, Grafiken und Bronzeskulpturen des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass. Der Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker zählt zu den bedeutendsten deutschen Vertretern der Nachkriegsliteratur.

Literarischer Durchbruch mit "Die Brechtrommel"

"Unser Ziel ist es, zu veranschaulichen, wie unteilbar das bildkünstlerische Werk des Mehrfachbegabten Grass mit seinem Leben und seiner Literatur verbunden ist und wie sich die Ambivalenz seiner Person letztlich in der Kunst niederschlägt", beschreibt Frank Lorenz, künstlerischer Leiter der Kunsthalle Vogtland und zweiter Vorsitzender des Vereins, die Ausstellung. Im Jahr 1927 in Danzig geboren, absolvierte Grass nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst ein Studium der Malerei und Bildhauerei an den Kunstakademien Düsseldorf und Berlin. Viele seiner schriftstellerischen Arbeiten hat Grass mit eigenen Illustrationen versehen. Seinen literarischen Durchbruch erlangte er 1959 mit dem Roman "Die Blechtrommel", dessen Buchumschlag ebenfalls seiner Werkstatt entstammt. Die Hauptfigur, Oskar Matzerath, hat sich, nicht zuletzt durch die Verfilmung des Stoffes durch Volker Schlöndorff im Jahr 1980, ins literarische Gedächtnis der Nation eingebrannt.

Als Grass im August 2006 bekanntmachte, mit 17 Jahren der Waffen-SS angehört zu haben, begann eine umfangreiche Debatte um seine Person als moralische Instanz. Er verarbeitete diesen Stoff in seinem autobiographischen Werk "Beim Häuten der Zwiebel". Günter Grass starb am 13. April 2015 in Lübeck. Zu sehen sind die Werke bis 31. Juli in Reichenbach.