Neue Corona-Einschränkungen im Vogtland

Allgemeinverfügung Inzidenzwert liegt länger als fünf Tage über 200 Infektionen pro 100.000 Einwohner

Plauen. 

Plauen. Es gibt keinen Grund für Panik! Auch wenn die neue Allgemeinverfügung zum Vollzug des Infektionsschutzgesetzes wieder neuerliche Probleme mit sich bringen wird. Der Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung der Corona-Pandemie beinhaltet für den Vogtlandkreis auch Ausgangsbeschränkungen. Und zwar deshalb, weil in der Region der Inzidenzwert länger als fünf Tage über 200 Coronainfektionen pro 100.000 Einwohner liegt. Deshalb muss der Vogtlandkreis handeln. So sieht es das Sächsische Gesetz- und Verordnungsblatt vor. Landrat Rolf Keil informierte am Montag vorab über den neuerlichen Einschränkungserlass, der in dieser Woche zur Gültigkeit kommt. Diplom-Mediziner Andreas Lonitz vergleicht: "Im August hatten wir kein Coronabett in den Kliniken belegt und auch keinen Beatmungsfall. Jetzt sind 83 von 103 Coronabetten belegt und zwölf Patienten müssen beatmet werden." Wichtig ist aber: Es gibt keinen Grund für Panik! Die Gesamtauslastung der vogtländischen Krankenhäuser liegt bei 58 Prozent. Aktive COVID-19-Fälle gibt es im Vogtlandkreis derzeit 669. Die Zahl der Todesfälle beläuft sich auf 76. Die Inzidenz der letzten sieben Tage beträgt 200,9 (Quelle: RKI).

Die Vogtländer haben zu viele Kontakte

Derzeit bringt es ein Coronainfizierter auf durchschnittlich 15 Kontaktpersonen. "Diese Zahl muss sinken", hofft Landrat Rolf Keil auf das Mitwirken der Bürger. Andreas Lonitz stellt fest: "Im Frühjahr haben sich die Menschen disziplinierter verhalten. Wir brauchen diese Disziplin, weil die zweite Infektionswelle schwerwiegender ist. Und wir befinden uns jetzt am Anfang der Erkältungszeit." Nach der Kritik - unter anderem vom Kreistagsabgeordneten Björn Fläschendräger aus Oelsnitz - an den verschiedenen Inzidenz-Zahlen wird künftig nur noch der Wert des Robert-Koch-Institutes veröffentlicht. Sobald der Inzidenzwert wieder stabil unter die 200er-Grenze sinkt, wären Lockerungen denkbar. Das bestätigte Landrat Rolf Keil auf Nachfrage. Dr. Ilka Böhme ist die Sachgebietsleiterin für Hygiene und Umweltmedizin. Sie ließ wissen, "dass angesichts der hohen Fallzahlen bereits über 100 Mitarbeiter mit der Nachverfolgung der Infektionsketten beschäftigt sind." Polizisten und Finanzbeamte wurden zur Verstärkung des Teams hinzugezogen. Die Lage ist demnach sehr angespannt. "Es wäre gut, würden wir es wenigstens schaffen, das hohe Niveau zu stabilisieren. Derzeit verdoppeln sich unsere Fallzahlen alle zwei Wochen", warnt Andreas Lonitz.

Das steht ist der Allgemeinverfügung

Das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung wird auch unter freiem Himmel täglich im Zeitraum von 0.00 Uhr bis 24.00 Uhr im Bereich von Fußgängerzonen und in verkehrsberuhigten Bereichen sowie auf öffentlichen Parkplätzen und Parkplätzen vor Einkaufszentren, Geschäften und Läden, in Parkhäusern, auf Parkdecks, in Parkgaragen und in öffentlich zugänglichen Parkanlagen, auf Spiel- und Sportplätzen angeordnet. Ausgenommen sind die Fortbewegung ohne Verweilen mit Fortbewegungsmitteln und die sportliche Betätigung.

Die Abgabe von Alkoholika und alkoholhaltigen Getränken ist genau wie der Alkoholkonsum im Zeitraum von 0.00 Uhr bis 24.00 Uhr außerhalb von Läden und Geschäften im Bereich von Fußgängerzonen und in verkehrsberuhigten Bereichen sowie auf öffentlichen Parkplätzen und Parkplätzen vor Einkaufszentren, Geschäften und Läden, in Parkhäusern, auf Parkdecks, in Parkgaragen und in öffentlich zugänglichen Parkanlagen, auf Spiel- und Sportplätzen untersagt.

Der Betrieb von Einrichtungen der Erwachsenenbildung mit Ausnahme zulässiger Onlineangebote wird untersagt. Versammlungen sind bis zu einer Teilnehmerzahl von maximal 200 Personen zulässig.

Das Verlassen der häuslichen Unterkunft ohne triftigen Grund wird untersagt. Triftige Gründe sind unter anderem die Abwendung einer Gefahr für Leib, Leben und Eigentum, die Ausübung beruflicher Tätigkeiten, der Besuch der Schule und von Einrichtungen der Kindertagesbetreuung sowie von Kirchen und anderen Orten der Religionsausübung.

Was ist erlaubt?

Nach wie vor erlaubt sind Versorgungsgänge für die Gegenstände des täglichen Bedarfs und der Einkauf in Ladengeschäften. Gestattet ist die Inanspruchnahme sonstiger Dienstleistungen im Landkreis des Wohnsitzes und der angrenzenden Landkreisese. Weiter gestattet ist die Wahrnehmung des notwendigen Lieferverkehrs, einschließlich Brief- und Versandhandel. Erlaubt ist die Inanspruchnahme medizinischer, psychosozialer und veterinärmedizinischer Versorgungsleistungen sowie der Besuch Angehöriger der Heil- und Gesundheitsfachberufe, soweit dies medizinisch erforderlich ist. Ehe- und Lebenspartner sowie Partner von Lebensgemeinschaften können sich ebenso weiterhin besuchen. Sport und Bewegung im Freien sind im Umkreis von 15 Kilometern des Wohnbereichs sind erlaubt. Der Besuch des eigenen oder gepachteten Kleingartens oder Grundstücks unter Einhaltung der Kontaktbeschränkung ist gestattet. Ebenso die Tierversorgung! Die gesamte Verfügung mit allen Regelungen gibt es zum Nachlesen auf der Internetseite des Kreises.

Aktuelle Information aus Plauen

Im Falle einer Kontrolle soll der Bürger triftige Gründe in geeigneter Weise glaubhaft machen. Eine Glaubhaftmachung kann insbesondere durch Vorlage von Papieren erfolgen. Der BLICK hat sich heute in Plauen umgehört und umgesehen. Das Leben geht demnach so gut wie möglich weiter. Die allgemeine Verunsicherung wird von den Bürgern, selbst bei allem Verständnis für die von Bundes- und Staatsregierungen angeordneten Maßnahmen - deutlich zum Ausdruck gebracht. Vielen fehlt das Verständnis für die Sinnhaftigkeit einzelner Bestimmungen. Immer wieder fiel der Satz: "Jetzt dreht unser Land durch." Angesichts des unausgegorenen Regulierungswahnsinns kann man den Menschen nur raten, nach Möglichkeit Kontakte zu minimieren und so gut es geht, diese schwierige Zeit zu meistern. Einen Grund für Panik gibt es nicht.