Neues Depot des Vogtlandmuseums eingeweiht

Museum Die neue Gemäldezuganlage fasst den ganzen Raum,, denn insgesamt rund 5000 Gemälde, die bisher in der Nobelstraße im Museum mit lagerten, werden hier zukünftig aufbewahrt

Plauen. 

Plauen. Groß ist die Freude über das neue Sammlungsdepot des Vogtlandmuseums in der Plauener Seminarstraße 15, welches jetzt offiziell eingeweiht wurde. Von einem Aufbruch in eine neue Zeit spricht Bürgermeister Steffen Zenner. "Bisher waren alle Sammlungsgegenstände dezentral verteilt.". Es wurden Werte geschädigt, da es schon mal durchs Dach regnete oder Tauben sich einnisteten. "Wir wussten auch nicht den gesamten Bestand." Das wollte man unbedingt ändern. Unterstützung kam von Kerstin Fischer, Direktorin des Kulturbetriebes Plauen, denn bereits vor einigen Jahren reifte die Idee für ein zentrales Depot. Und zwar in den Gebäuden der Berufsschule in der Seminarstraße, die ausgezogen ist. "Der Kompromiss bestand darin, dass im Erdgeschoss eine schulische Nutzung bleibt", so Zenner. Sonst hätte die Stadt Fördergeld zurückzahlen müssen. Im Haus A befindet sich die Dittes-Grundschule, im Erdgeschoss des Hauses B und auch im Haus C wird ein Teilbereich schulisch genutzt.

Nach einem knappen Jahr - so lange standen die Räume leer - konnte man schon ins Haus B einziehen, Renovierungsarbeiten waren nicht nötig, dafür Brandschutzanlagen und Alarmanlagen. Dr. Martin Salesch, Direktor des Vogtlandmuseums, hat dem neuen Depot den Stempel aufgedrückt. So entstand im ersten Geschoss ein großes Arbeitsraum mit Regalen, mit Lichtschutz und Klimatisierung, um wissenschaftlich arbeiten zu können. "Das war bisher in den Lagerstätten nicht möglich. Auch wenn Wissenschaftler von extern kommen, wird ein Arbeitsplatz gebraucht." Die Bibliothek nebenan ist bereits gut eingerichtet, Literatur jeder Genres und historische Zeitungsbestände lagern übersichtlich in den Regalen.

In der zweiten Etage befinden sich die Depot-Räume für Kunsthandwerk, Grafik und Gemälde. Die neue Gemäldezuganlage fasst den ganzen Raum und ist auch nötig, denn insgesamt rund 5000 Gemälde, die bisher in der Nobelstraße im Museum mit lagerten, werden hier zukünftig aufbewahrt. Erst ein kleiner Teil davon ist umgezogen. In den Schränken des Kunsthandwerk-Depots stehen Porzellan und Keramik, rund 2000 Stücke, teils vom Krieg beschädigt. "Der kulturhistorische Wert ist für ein Museum wichtig, nicht der materielle", so Dr. Salesch. Neu im Team ist Restauratorin Mariana Zell, die aus dem Ruhrgebiet ins Vogtland gezogen ist. Sie wird hier zukünftig tätig sein. "Es tut mir in der Seele weh, wie manche Dinge bisher gelagert wurden. Ich freue mich auf meine Arbeit hier", sagt sie.

Das Vogtlandmuseum verfügt über mindestens 200.000 Exponate. 80 Prozent davon sind katalogisiert, erst zehn Prozent digitalisiert. Ein Depot wird bleiben, in der Nobelstraße lagern unter anderem Exponate für die jährliche Weihnachtsausstellung. Drei Depots aber werden geschlossen. Der Umzug soll behutsam geschehen und ist auch ein logistischer Aufwand. "Die Sachen müssen verpackt, transportiert, gesäubert und ausgepackt werden", so Dr. Martin Salesch.

Das Haus C ist für große Exponate wie Textilmaschinen oder Möbel vorgesehen. Allerdings muss hier baulich einiges getan werden. "Dafür müssen wir Fördermittel akquirieren", sagt der Bürgermeister. Und: "Wir wollen vom Haus B zum Haus C einen Schulterschluss vollziehen." Ein autarker Eingang ist vorgesehen. Auch ein Fahrstuhl ist geplant. Vorstellen kann man sich nicht nur eine Zusammenarbeit mit der benachbarten Grundschule, sondern man will auch den Plauenern das Depot zeigen. Als Schaudepot zum Tag des offenen Denkmals im September oder auch zur Museumsnacht nächstes Jahr.