Neues Schießzentrum: Volltreffer für Schützen, Jäger und bewaffnete Einsatzkräfte in der Region

Interessierte können am 1. August das Trainingszentrum in Sauerhof besichtigen

Franken/Vogtland

Franken/Vogtland. „Das wichtigste für einen Waffenträger ist das Training“, sagt Albert Groß. Der Mann ist seit 31 Jahren Jäger. Jetzt bekommt der 77-Jährige direkt vor seiner Haustür eine Hightech-Schießarena. Ab 1. August haben hier von jedermann bis zum Profischützen alle die Möglichkeit, stundenlang in vollkommen realistischen Situationen das Schießen zu üben. „Ein Jäger muss sich auf die Jagd in der Natur, also auf dem Feld oder im Wald, immer perfekt vorbereiten. Eben damit nichts schiefgeht. Das Wichtigste ist die Sicherheit“, betont Albert Groß. Von daher ist der Stammbacher begeistert, dass in einem Ortsteil seiner Marktgemeinde nächsten Freitag (1. August, 14 Uhr) das Schießzentrum Hochfranken feierlich eröffnet wird. Vogtländer und Westsachsen nutzen die Autobahnabfahrt Münchberg-Nord (A9).

Mittlerer, einstelliger Millionenbetrag wird investiert

Im idyllischen Sauerhof ist es ruhig. „Das bleibt es auch“, verspricht Guenter Friedrich. Der ursprüngliche Igensdorfer zog vor 25 Jahren nach Münchberg und der 62-Jährige verwirklicht jetzt den Traum von einem Profischießzentrum. Hier läuft alles ab wie im Film. Das sogenannte Schießkino mit Soundanlage hat jeden Tag geöffnet. 14 Stunden pro Tag. Von 8 bis 22 Uhr. Das ist der Plan. Nach zwei Jahren Umbauzeit verwandelt sich die alte Weberei Am Karlsberg 1 nach und nach in ein modernes Trainingszentrum. Am 1. August wird eröffnet. „Der erste Schritt ist getan. Vier weitere Bauabschnitte sollen folgen“, kündigt Guenter Friedrich an. Der frühere EDV-Unternehmer verfolgt seinen Plan schon lange. Einen mittleren, einstelligen Millionenbetrag wird das Ganze bis zur Fertigstellung kosten.

Insgesamt fünf Bauabschnitte geplant

Denn im Zuge der nächsten Ausbauschritte folgen ein 25-Meter-Sportschützen-Schießstand im Keller. Im Anschluss soll ein Shothouse für professionelle Einsatzkräfte entstehen. Von daher werden weitere Schulungsräume benötigt, die ebenfalls geplant sind. Und im angrenzenden Waldgrundstück soll zudem noch ein 100-Meter-Indoor-Schießstand in Betrieb genommen werden. Die insgesamt fünf Bauabschnitte sind wohl durchdacht. Das Ensemble steht als Trainingsstätte auch den Schützen und Waffenträgern aus den benachbarten Kreisen offen. Erste Kontakte ins Fichtelgebirge, den Frankenwald, das Vogtland sowie Richtung Westsachsen, Erzgebirge und Ostthüringen sind bereits geknüpft worden. Das Interesse auch bei den Behörden ist vorhanden. Scheinbar landet der Visionär einen Volltreffer. Aber das bleibt abzuwarten.

Kein Tourismusmagnet

Angst vor einem Massenauflauf muss im schönen Sauerhof niemand haben. Das Schießzentrum Hochfranken wird kein Tourismuszentrum, sondern ein Ort der Ruhe und Konzentration. Wegen der begrenzten Kapazitäten sind rechtzeitige Terminvereinbarungen nötig. Lediglich am Eröffnungstag erhoffen sich Guenter Friedrich und sein Sohn Martin außergewöhnlich viele Gäste. „Jeder, der bei uns einmal reinschauen möchte, der ist am Freitag, dem 1. August ab 14 Uhr willkommen. Wir reichen auch einen Snack und es gibt das leckere Förstenreuther BePu-Bräu aus dem Fass“, kündigt der Hausherr an. Übrigens kann ein Anfänger hier nicht einfach so losschießen. „Dazu braucht es immer eine 1:1-Aufsicht. Also es steht immer jemand daneben, der ausgebildet ist“, betont Guenter Friedrich. So ein Waffensachkundiger vermittelt dann dem ABC-Schützen die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen, wenn scharf geschossen wird. Es dauert eine ganze Weile, bis man eine Waffe tragen darf.

Hintergrund zum Schießzentrum Hochfranken

Zur Person: Guenter Friedrich schießt seit 1986. Als Veranstalter von internationalen Schießwettbewerben im „International Practical Shooting Confederation“ (IPSC) gehörte der Oberfranke viele Jahre zur Spitze der europäischen Szene im Bereich des dynamischen Schießens. Bis zu 300 Starter aus 16 Nationen waren da am Start. „Jetzt möchte ich nicht mehr so viel durch die Welt reisen und gerne auch mein Wissen weitergeben“, erläutert der 62-Jährige seine Intention. Laut einer repräsentativen Umfrage in Deutschland sind über drei Viertel der befragten Personen überzeugt, dass die Jagd in heutiger Zeit notwendig ist. 77 Prozent der Befragten sind dieser Meinung. Terminvereinbarung Guenter Friedrich: Telefon 0172-8115777 - E-Mail: [email protected] - Internetadresse: www.schiesszentrum-hochfranken.de

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