Notfallsituation am Klinikum Plauen

Grippewelle Zum Krankenbesuch unbedingt Mundschutz tragen

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Dr. Oliver Schilling ist Ärztlicher Direktor am Helios Vogtland-Klinikum. Foto: Karsten Repert

Plauen. Notfallsituation am Klinikum. Die akute Grippewelle hat nun auch das Vogtland erreicht. Pressesprecherin Annett Lott teilt mit: "In den letzten Tagen hat sich die Situation zugespitzt. Aktuell liegen am Helios Vogtland-Klinikum Plauen über 30 Patienten mit einer nachgewiesenen Influenza." Allein am vergangenen Samstag hatte es 13 neue Fälle gegeben. Am Montag kamen nochmals 16 hinzu. Zudem gibt es weitere Verdachtsfälle.

Matthias Wißgott, Leiter der Rettungsstelle, betont: "Das Vogtland hängt zeitlich immer nach." Das heißt, die Region bekommt jetzt zeitverzögert die Viren in geballter Ladung ab. Laut Influenza-Statistik ist der höchste Anstieg in der Altersgruppe ab 59 Jahre zu verzeichnen. Erschwert wird die Situation zusätzlich, weil nicht genügend Schnelltests zur Verfügung stehen. "Der Bedarf ist landesweit größer, als der Vorrat", heißt es aus der Helios-Konzern-Zentrale.

Expertenkommission hat Maßnahmen eingeleitet

Das Klinikum in Plauen hatte am Dienstag eine Expertenkommission zusammengerufen, die aktuell mehrere Maßnahmen eingeleitet hat, um die Situation zu entschärfen. "Dringende Ziele sind dabei, die Ansteckungsgefahr für Patienten und Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten und parallel mit ausreichender Bettenkapazität die breite gesundheitliche Versorgung im Vogtland sicher zu gewährleisten. Dies betrachten wir als unseren Auftrag und unsere Verantwortung", teilt das Team um Geschäftsführerin Peggy Uhlmann und Dr. Oliver Schilling (Ärztlicher Direktor) mit.

So wird mit Augenmaß geprüft, inwieweit Patienten mit einem geplanten Eingriff gesundheitlich unbedenklich umbestellt werden können. Außerdem wird geprüft, inwieweit Patienten mit Grippesymptomen nach ärztlicher Untersuchung nach Hause entlassen werden können. In einem dritten Schritt wird die Rettungsstelle Patienten mit leichten Atemwegs- und Erkältungssymptomen, die nicht akut gefährdet sind, in den ambulanten Bereich zurück verweisen.

Aufruf an die Bevölkerung

Die Klinikleitung ruft zudem auf: "Das Klinikum bittet auch die Bevölkerung um aktive Mithilfe! Bitte vermeiden Sie wegen der Ansteckungsgefahr in den kommenden Tagen Krankenhausbesuche." Die Ärzte empfehlen "wenn Sie dennoch das Krankenhaus betreten, bitte achten Sie unbedingt auf die entsprechenden Hygienemaßnahmen wie Händedesinfektion und Mundschutz."

Vogtland-Klinikum die Nummer sieben in Sachsen

Hintergrund: Vogtland-Klinikum bilanzierte in 2017 insgesamt 28.251 stationäre Fälle. Die Zahl der ambulanten Fälle stieg auf 115.000. Es wurden 13.030 Operationen durchgeführt und 871 Babys geboren. Das "Babyfreundliche Krankenhaus" hat 2017 mehrere Zertifizierungen und Auszeichnungen erhalten und es wurden 11,2 Millionen Euro in Neubau (7,2 Millionen Euro), Instandhaltung (1,2 Millionen Euro) sowie Medizintechnik (2,8 Millionen Euro) investiert. Riesig war und ist der Andrang in der Rettungsstelle.

"30.000 Vorgänge haben wir im vergangenen Jahr gezählt. Die Rettungsstelle müssen wir langfristig erweitern", kündigten Geschäftsführerin Peggy Uhlmann und Dr. Oliver Schilling erst vor einem Monat an. Von den 76 Krankenhäusern in Sachsen ist das Helios Vogtland-Klinikum das siebentgrößte Haus. Als einziger Schwerpunktversorger im Vogtland beschäftigt die Klinik inzwischen 1.150 Mitarbeiter mit insgesamt 99 Auszubildenden.