Öffentliches Stromnetz angezapft, um Kryptowährungen zu schürfen: Drei Personen in Klingenthal festgenommen

Polizei Großeinsatz gegen Mininganlage

oeffentliches-stromnetz-angezapft-um-kryptowaehrungen-zu-schuerfen-drei-personen-in-klingenthal-festgenommen
Foto: 3839153/pixabay

Klingenthal. Am gestrigen Dienstag, den 5. Februar, durchsuchte ein Großaufgebot an Polizeibeamten sowie Staatsanwälten mit Unterstützung der Steuerfahndung acht Objekte im Vogtland und im Landkreis Zwickau.

Schaden von mehr als 220.000 Euro

Fünf Männer und eine Frau stehen im Verdacht, in Klingenthal seit Anfang 2017 das öffentliche Stromnetz angezapft zu haben, um mit speziellen Computern Kryptowährungen zu schürfen. Dieses sogenannte Mining erfordert einen hohen Energieeinsatz. Durch Manipulation der Stromanlage soll dem Energieversorger ein Schaden von mehr als 220.000 Euro entstanden sein.

Bei der gestrigen Durchsuchung in Klingenthal stellten Spezialisten eine Elektroinstallation fest, die den Stromzähler umging. Es wurde auch eine in Betrieb befindliche Computeranlage gefunden, die aus 49 Miningrechnern bestand. 30 dieser Rechner waren spezielle Miningcomputer, die nur für das Schürfen von Kryptowährungen hergestellt werden. In der Anlage waren insgesamt 80 Grafikkarten verbaut. Die Anlage verbrauchte ungefähr soviel Energie wie 30 normale Haushalte.

Was sind Kryptowährungen?

Drei Personen wurden vorläufig festgenommen. Ein Mann soll heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Die gefundene Technik wurde beschlagnahmt. Das Verfahren wird von der Kriminalpolizeiinspektion Zwickau, Außenstelle Plauen geführt. Es waren insgesamt 121 Personen im Einsatz, darunter Beamte des Mobilen Einsatzkommandos und Spezialisten des Cybercrime Competence Center Sachsen (SN4C) am Landeskriminalamt.

Kryptowährungen werden an speziellen Börsen im Internet gehandelt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, damit bei manchen Händlern zu bezahlen oder sich den Gegenwert in Euro auszahlen zu lassen.

Der Straftatbestand der Entziehung elektrischer Energie sieht Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor.