Oelsnitz muss brillieren in der Zukunft

„Werte stiften. Gutes tun.“ – Die Stadt Oelsnitz/Vogtland startet mit einer Bürgerstiftung

Oelsnitz/Vogtl.

In Zeiten zunehmend klammer Kassen in den Kommunen, auch im Vogtlandkreis, hat die Stiftergemeinschaft der Sparkasse Vogtland mit der Bürgerstiftung ein Instrument geschaffen, das lokales Engagement unter dem Motto „Gemeinsam für eine lebendige Gemeinschaft“ fördert. Die Oelsnitzer Bürgerstiftung ist die 15. Bürgerstiftung im Vogtlandkreis unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Sparkasse Vogtland. „Werte stiften. Gutes tun.“, ist der umspannende Tenor der Stiftergemeinschaft. Am Donnerstagnachmittag, 21. August 2025, nahmen die Stiftungsvorsitzende Constanze Süßdorf-Schönstein und der Oelsnitzer Oberbürgermeister Mario Horn aus den Händen von Kai Lederer, Direktor Private Finance Center der Sparkasse Vogtland, die Stiftungsurkunde entgegen. Diese ist zugleich der Startschuss für die Bürgerstiftung in Oelsnitz, die unter dem umspannenden Thema: „Bürgerstiftung Oelsnitz/Vogtland – gemeinsam für unsere vogtländische Heimat“ Akzente setzen möchte. Die Vorsitzende Constanze Süßdorf-Schönstein brachte es auf den Punkt, in dem sie sagte: „Es tut Not, die vielen Oelsnitzer Spendenangebote zu bündeln und an einem Strang zu ziehen. Dafür ist die Bürgerstiftung die perfekte Schnittstelle.“ Ziel sei es, so ist aus den für die Oelsnitzer Bürgerstiftung aufgelegtem Flyer mit 5000 Exemplaren, finanziert vom Gewerbeverband der Stadt, ersichtlich, dass die Bürgerstiftung nachhaltig das bürgerliche Engagement in Oelsnitz und den Ortsteilen fördern möchte. Dabei kann/soll das Engagement in verschiedenen Lebensbereich, Bildung, Heimatpflege, Gesundheitsprävention, Jugend, Katastrophenhilfe, Sport, Kultur, Soziales und Umwelt, sichtbar gemacht werden.

Neue Möglichkeiten, Akzente setzen

Die Vorsitzende des Stiftungsrates: „Gemeinsam können wir neue Möglichkeiten schaffen.“ Ein Weg dorthin sei, „über Aktionen mit den Gewerbetreibenden der Stadt Transparenz nach außen zu zeigen mit der Vision: „Oelsnitz muss brillieren in der Zukunft“. Ideen und Projekte dafür gibt es bereits viele. Für deren Umsetzung fehlt(e) zumeist das Geld. Constanze Süßdorf-Schönstein, Inhaberin der Apotheke am Markt, verwies auf den innerhalb weniger Tage eingegangen Spendenstand von 3825 Euro und einet zweckgebundenen Spende für die Persil-Uhr. „Wir haben uns schon überlegt, wie den Spendern Danke sagen können. Über die Grundschule am Stadion gibt es mit der Kunstlehrerin ein Projekt, ein Relief in Ton zu fertigen und dies mit einem Dankeschön zu versehen. Sie nannte weitere Vorhaben, die auf (ihrer) persönlichen To-do-Liste für die Grundschule stehen: so die Förderung der gesunden Ernährung für die Klassenstufen 1 bis 4 und appelliert. „Unsere Stadträte müssen wissen, wo die Säge klemmt.“ Die Mitglieder des Stiftungsrates, Oberbürgermeister Mario Horn, Buchhändlerin Kathrin Jakob, Diplom-Betriebswirt Thomas Lehniger, Diplom-Ingenieur Klaus Schumann und Annett Wunderlich, Direktorin Region Oberland der Sparkasse Vogtland seien aufgerufen, den verbindenden Gedanken der Bürgerstiftung für die Förderung des lokalen Engagements darzustellen und auszubauen. Dazu trage auch der Aufruf, „100 Euro und eine weitere Person zu werben“, bei.

„Ehrenamt als Grundpfeiler“

Oberbürgermeister Mario Horn strich das „Ehrenamt als Grundpfeiler der Geschichte“ hervor. „Wir können mit unserer Bürgerstiftung hier gute Dinge bewirken, die sonst nicht möglich wären. Schon kleine Beiträge helfen, bestimmte Wege zu beschreiten.“

Der Heimatverein steht zur Seite

Björn Fläschendräger, der Vorsitzende des Heimatfördervereins, wurde von Kai Lederer als „Stiftungsversteher“ und „Geburtshelfer für die Bürgerstiftung Oelsnitz“ bezeichnet. Fläschendräger kam bei einem Frühstück mit dem Sparkassenmanager ins Gespräch. Intensiv wurde dabei das Für und Wider für die Stiftung der Sperkenstadt ausgelotet, wobei das Für deutlich überwog. Das Angebot des Heimatfördervereins, so Fläschendräger, steht: „Der Heimatverein steht als Partner zur Seite.“

Weitere Ideen gesucht

Wer Ideen für künftige Projekte oder Aktionen hat, für die sich die Stiftung engagieren sollte, solle sich melden. „Wir sind auf die Anregungen gespannt“, regt Oberbürgermeister Nario Horn dazu an, die Vorstellungen per E-Mail an den Oberbürgermeister zu übermitteln.

Der Förderstock

Die Sparkasse Vogtland hat einen Großteil der Bildung des Grundstockvermögens übernommen. Pro Einwohner einer Kommune wird ein Euro von der Sparkasse Vogtland gespendet, jedoch ist die Höhe bei 10.000 Euro gedeckelt. Die Höchstgrenze hat die Stadt Oelsnitz erhalten. Über die Stiftungstreuhand wird das Stiftungsvermögen mit 3,07 Prozent verzinst.

„Wir freuen uns über die große Resonanz auf die Stiftergemeinschaft Vogtland“, so Sparkassenmanager Kai Lederer. „Die Bürger haben so die Möglichkeit, aktiv an der Entwicklung ihres Heimatortes mitzuwirken“, begrüßte der Direktor Private Finance Center, die Pläne der Stadt Oelsnitz.

Wir sind dabei!

Unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Sparkasse Vogtland wurden bis jetzt 19 Stiftungen errichtet. Neben fünf Privatstiftungen, wie die Kerll-Trampeli-Stiftung in Adorf (in diese wurde als Stiftungsvermögen eine Erbschaft eingebracht), konnten auch in 14 Kommunen Bürgerstiftungen gegründet werden, wovon sich eine noch in Gründung befindet. Mit der Bürgerstiftung Oelsnitz/Vogtland nahm, neben Treuener Land, Lengenfeld, Auerbach, Rodewisch, Adorf, Bad Elster, Elsterberg, Neumark, Reichenbach, Schöneck, Netzschkau und Werda-Kottengrün eine weitere Bürgerstiftung ihre Arbeit auf. Weit sind die Verhandlungen mit Klingenthal und Markneukirchen gediehen. Eine Absage beziehungsweise Unentschlossenheit kam aus der Stadt Ellefeld.

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