All das und noch viel mehr war beim Open Air in Gößnitz zu sichten, dazu gab es natürlich noch jede Menge Musik jeder Couleur zu hören. Musik verbindet eben, ist ein Lebensgefühl, welches Menschen zusammenbringt, Begegnungen auf der Festwiese schafft.
Während Freitag noch so einige ob der Hitze stöhnten und man sich unter Wassersprinkler erfrischen konnte, gab es Samstag Regen und sogar Hagel. Doch von diesen Wetterkapriolen ließen sich die Livemusikfans nicht abschrecken. Vor allem dann nicht, wenn die Lieblingsband auf der Bühne steht.
„Coppelius“ hatten klassische Instrumente wie Cello und Klarinette im Gepäck und redeten das Publikum mit „Sie“ an. Selbstironie inklusive. Am 11. Oktober führen sie ihre Musikproduktion „Krabat“ im Staatstheater Saarbrücken auf, verrieten sie.
Bunter Heavy Metal für Kinder
Optisch punktete zweifellos „Heavy Saurus“. Musiker, die als die bunten Dinos Muffi, Milli, Riffi und Komppi auf der Bühne stehen und Heavy Metal zelebrieren. Warum für Kinder? „Wir wollen eine neue Generation, die nicht KI-gesteuerte Musik macht.“
„Knorkator“, von vielen Fans erwartet, verteilten ein paar Teile eines zertrümmerten Keyboards im Publikum. Selbstironie und eine deutliche Portion Gesellschaftskritik zeichnen sie aus. „Versengold“ aus Bremen enterten die Bühne mit ihrem Schiff und ihrem Mittelalter-Folkrock.
Gesellschaftskritik kam nicht nur von „Dritte Wahl“. „Wir müssen achtsam sein“, sagte Sänger Gunnar, als die Rostocker einen Song spielten, der vor 30 Jahren angesichts rechter Gefahr entstand. Damals hätte man es nicht geglaubt, aber: „Die Gefahr des Faschismus‘ ist größer als damals.“ Bis zwei Uhr in der Nacht zelebrierten „Nitrogods“ ihren Metal.
Ein gehöriger Schwung Rock
„Kirsche & Co“ gaben dem Samstagmittag gehörig Schwung. Rock und Kirsche-Kult lautete das Motto. Im Regen ließen sich „Doublewide“ und „Harpyie“ mit melodischem Hardrock feiern. Auf „End of Green“ freuten sich die Fans, denn voriges Jahr fiel deren geplantes Konzert aus.
„Corvus Corax“ hatten altnordisches Mittelalterflair mit Dudelsack und Trommel dabei, „Solstafir“ aus Island kamen hart rüber, und Fiddler‘s Green brachten das Publikum am Samstagabend in Tanzlaune.
„Wir durften das Festival eröffnen und es hat uns super viel Spaß gemacht“, berichtet Frontfrau Lena alias Ms. Black von „Black Silhouettes“ aus Chemnitz. Es ist Tradition, dass eine Nachwuchsband vom EnviaM-Bandcontest das Open Air Gößnitz eröffnet und damit vor großem Publikum auftreten darf. „Wir haben uns 2024 gegründet“, so Lena. „Wir kennen uns von der Hochschule Mittweida.“ Sie hat bereits ihren Bachelor, macht jetzt ihren Medienmaster. Ihr Herz aber gehört der Musik. „Wir machen Grunge mit Punk und Metal. Dieses Jahr spielen wir 15 Auftritte.“ Der nächste wird am 7. August in Niederwürschnitz sein.
Ein kleines Resümee zum Ende
Nun geht es in Gößnitz ans große Aufräumen und an die Wiesenreinigung der Gastgeber vom Verein Initiative für Musik und Kultur Gößnitz e.V. und ihrer vielen Helfer. „Ein großes Dankeschön an alle, die dieses Festival Jahr für Jahr möglich machen“, resümiert Hanry Mersiowsky. Und: Das Gößnitz Open Air zeigte erneut, was es seit 33 Jahren ist: „“Ein Festival mit Charakter, Herzblut und einer Atmosphäre, die man nicht kaufen kann – sondern erleben muss.“
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