Pausa entscheidet sich für Nachwuchs

Ringen WKG Pausa/Plauen geht freiwillig in Regionalliga und setzt auf eigene Jugendarbeit

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Die Ringer von der WKG KSV Pausa/ASV Plauen gewannen nur gegen Westendorf. Es war in der alten Sporthalle Pausa am 10. November 2018 der letzte Sieg. Die nächste Saison bestreitet der KSV in der neuen Arena. Im Bild: Tobias Knittel (Rot, Pausa) und Daniel Joachim (blau, Westendorf). Foto: Oliver Orgs / Pressebüro Repert

Pausa. Vereins-Chef Ulrich Leithold hatte es bereits mehrfach gesagt: "Wir gehören eigentlich nicht in die 1. Liga." Und deshalb ist der Rückzug der Ringer der WKG Pausa/Plauen aus der Bundesliga vollkommen richtig. Die Kampfzeit war von viel Verletzungspech geprägt. Die Vogtländer belegten im zweiten Jahr in der höchsten Kampfklasse den vorletzten Rang der Vorrundengruppe Südost.

Nur zwei Siege hatten die ersatzgeschwächten WKG-Ringer auf ihrem Konto. Beide Erfolge landeten die Pausaer gegen den TSV Westendorf, der Letzter wurde. Der Vorstand des KSV Pausa, der sich für die Organisation der Bundesligamannschaft verantwortlich zeigt, hat die Reißleine gezogen und die Mannschaft aus der höchsten Kampfklasse zurückgezogen.

Junge Sportler benötigen mehr Erfahrung für die 1. Liga

Trainer Silvio Hoffmann betonte: "Der Rückzug hat rein sportliche Gründe. Unsere jungen Talente benötigen einfach noch Zeit, um Erfahrungen zu sammeln und sich im Männerbereich zu etablieren." Ulrich Leithold hatte dem Sport-BLICK vor einem halben Jahr gesagt: "Wir hoffen auf die Wiedereinführung der 2. Bundesliga. Dort gehören wir hin." Doch die Vorschläge des Bundesliga-Ausschusses, bei denen auch der KSV-Vorsitzende Ulrich Leithold mitwirkt, fanden keine Mehrheit.

Silvio Hoffmann dazu: "Das war unser seidener Faden, an dem unsere Hoffnung hing, doch mit der Entscheidung der Vereine bei der Bundesligatagung, die Strukturen gleich für mehrere Jahre festzuzurren, war uns allen klar, dass wir in diesem Konzert nicht weiter mitspielen." Das Trainerduo Silvio Hoffmann und Denny Schulz werden nach zehn Jahren aufhören. Werner Schellenberg und Anatolij Judin haben das Traineramt übernommen. Sie haben den Auftrag, in der neuen Pausaer Sporthalle vor allem die vogtländischen Eigengewächse zu fördern.

Zu wenig deutsche Ringer vorhanden

Pausa hat sich für diesen Weg entschieden, denn das Grundübel ist, dass es zu wenig gute deutsche Ringer gibt, die in der DRB-Bundesliga auch gegen Weltklassekonkurrenz bestehen können. Man kann vor den Erdachsen-Städtern nur den Hut ziehen: Der Rückzug erforderte großen Mut. Dass ihn die alten Pausaer Athleten genauso wie die Nachwuchsabteilung begrüßt haben, ist überaus erfreulich.