Pausa: Werden bei der Post Briefe geöffnet?

Auf der spur Familie Wernig wandte sich an BLICK

Pausa. 

Pausa. Fast jeder hat schon mal einen Brief mit Grußkarte an die Verwandten gesendet oder selbst erhalten. Nicht selten kommt es auch vor, dass den netten Worten noch etwas beiliegt - sei es Geld oder andere Kleinigkeiten. Allerdings kamen mehrere Briefe, die im letzten Jahr aus Pausa gesendet worden, unvollständig an.

 

 

Durch Postmitarbeiter geöffnet?

 

Seit Juni 2019 verschwinden regelmäßig die in Briefen beigelegten Inhalte. Vermutlich werden Briefe, die in Pausa losgeschickt werden, geöffnet, des Inhaltes teilweise entleert und dann wieder verschlossen auf den Weg zum Empfänger gesendet.

 

So auch bei Christian Wernig aus Hessen. Er und seine Familie erhalten regelmäßig Post von einer Verwandten aus Pausa, die ihren Enkel und Urenkeln gern eine Freude macht und daher auch das eine oder andere Mal Geld beilegt - so wie auch im Juni 2019. Diese kommt aber nicht bei Familie Wernig in Hessen an. "Wir haben das gar nicht reklamiert, da es ja in den Beförderungsbedingungen ausgeschlossen ist. Ärgerlich ist es dennoch, denn ein Brief sollte ja - unabhängig von dessen Inhalt - eben nicht durch Postmitarbeiter geöffnet werden", sagt Christian Wernig.

Doch damit nicht genug. Im Dezember letzten Jahres sollten erneut mehrere Briefe von Pausa an die Familie in Hessen, aber auch an ganz andere Orte, geschickt werden. Diesmal beigelegt: Kleine Stickereien. Auch hier wurden Briefe wieder geöffnet, die kleinen Aufmerksamkeiten entnommen und anschließend wieder verklebt. Hierbei wurde laut Wernig wahrscheinlich ein flüssiger Kleber verwendet, denn der Umschlag und die Karte klebten, wie bereits im Juni, eng zusammen. Kurios: Zwei Tage später kam ein weiterer dieser Briefe an - dies Mal ungeöffnet und mit Inhalt.

 

 

Deutsche Post will Fall weiter prüfen

 

Familie Wernig wandte sich daraufhin mehrmals an die Deutsche Post und dessen Kundenservice. Bis heute erhielten sie nur eine standardisierte Antwort mit der Aufforderung, sich doch mit dem Sender in Verbindung zu setzen, um einen Nachforschungsantrag einzuleiten. "Die Standardantwort passte überhaupt nicht zum Sachverhalt. Man hatte wohl meine Nachricht nicht einmal richtig gelesen. Mein Anliegen nimmt man also nicht ernst", sagt Christian Wernig verärgert. "Ich erwarte hier keinen Schadensersatz oder etwas dergleichen, aber ich finde es eine bodenlose Unverschämtheit dass man sogar eine unbedeutende kleine Stickerei aus einem Briefumschlag klaut!" Es sei eine maßlose Enttäuschung, dass es so gezielt und häufig passiert, obwohl es sich bei Briefen doch generell um vertrauensvolle Inhalte handle und diese nicht für alle Augen bestimmt seien.

 

 

 

Bis heute hat Christian Wernig keine weitere Antwort auf seine Beschwerde erhalten. Daraufhin wandten wir uns persönlich an den Versanddienstleister und erreichten den sächsischen Pressesprecher von DHL, der uns mitteilte: "Mit den vorhandenen Angaben kann ich heute nur mutmaßen, was passiert sein könnte." Der Fall soll nun weiter geprüft werden.

Ob sich der Übeltäter unter den Postmitarbeitern befindet oder sich ein Fremder regelmäßig am örtlichen Briefkasten zu schaffen macht, bleibt also zunächst noch ungeklärt. BLICK bleibt dran.