Personalmangel: Gehen dem Vogtland 2020 die Handwerker aus?

Geschäftsklimaindex Wirtschaft s in guter Verfassung - IHK-Präsident fordert Politik zum Handeln auf

Plauen. 

Plauen. Die Wirtschaft in Sachsen befindet sich weiterhin in einer guten Verfassung. Allerdings hat sie im Frühjahr 2019 nochmals an Schwung verloren. Das sagt der IHK-Geschäftsklimaindex, der erneut leicht von 130 Punkten zu Jahresbeginn auf jetzt 128 Punkte gefallen ist. Die Wirtschaftsexperten kommentieren die Statistik so:

Konjunkturumfrage an der IHK

"Diese Entwicklung resultiert vor allem aus den gesunkenen Lagebeurteilungen, für die kommenden Monate sind die Unternehmen jedoch verhalten optimistisch." Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Konjunkturumfrage der sächsischen Industrie- und Handelskammern, an der sich 1.892 Unternehmen mit knapp 97.000 Beschäftigten beteiligten. Dieter Pfortner fordert als Präsident der IHK Chemnitz und Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der sächsischen IHKs: "Angesichts einer sich verfestigenden Flaute brauchen wir verbesserte Standortfaktoren, von denen alle profitieren." Und der Plauener fordert weiter: "Jetzt sind beschleunigte Investitionen in Bildung und Infrastruktur, das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, eine Unternehmenssteuerreform, die steuerliche Forschungsförderung, Entlastungen bei den Strompreisen und vor allem ein wirklicher Bürokratieabbau ein Muss", erklärt Dieter Pfortner.

Aufschwung am Arbeitsmarkt - Engpässe im Handwerk?

Unterdessen setzt sich der Aufschwung am Arbeitsmarkt im Vogtland fort. Im Monat mai wurde ein neuer Tiefstand erreicht. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit um 3,9 Prozent bedeutet, dass derzeit 5.368 Menschen im Vogtland ohne Arbeit sind. Damit sank die Arbeitslosenquote auf 4,7 Prozent. Das sind über 500 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitskräftenachfrage im Agenturbezirk ist enorm. 3.300 Stellen sind unbesetzt. Der Druck auf die Arbeitgeber nimmt immer mehr zu. In einigen Branchen gibt es erste Engpässe. Beispielsweise nehmen erste Handwerksbetriebe für 2020 keine Aufträge mehr an, weil Personal fehlt.