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Pflanzendoktorin diagnostiziert Obstbaumkrebs und Sonnenbrand

Natur Gärtnerei in Möschwitz ging es um den Garten

Möschwitz. 

Möschwitz. Sonnenbrand bei Tomaten, welke Rosenzweige und verkräuselte Blätter. Die Vogtländer kamen am Samstag mit so einigen Gartenproblemen in die Gärtnerei in Möschwitz. Pflanzendoktorin Helma Bartholomay hielt hier ihre Sprechstunde ab. Bereits um dreiviertel neun waren die Ersten da zur Sprechstunde der MDR-Radiogärtnerin und Pflanzendoktorin Helma Bartholomay in der Blumenwelt Bauer in Möschwitz. Die vogtländischen Gartenfreude hatten Zweige, Früchte oder auch Handybilder dabei. Um Staudenmohn und wie man ihn vermehrt, ging es Kerstin und Wolfgang Pippig aus Mechelgrün. "Wir sind zum ersten Mal hier. Sie ist schon richtig kompetent", lobten sie Helma Bartholomay.

"Obstbaumkrebs ist nicht heilbar"

Obstbaumkrebs diagnostizierte die Fachfrau bei einem Apfelbaum von Karin Eichelkraut. Die Plauenerin zeigte ein Handy-Foto, auf welchem die beschädigte Rinde zu erkennen war. "Die Erkrankung ist nicht heilbar", so die Doktorin. Nicht zu vergleichen mit der gleichnamigen Krankheit beim Menschen, sondern verursacht durch Pilze. Sie empfahl eine Drahtbürste zu nehmen und was sich lösen lässt, runter zu nehmen. Wichtig ist, die befallenen Rückstände, wenn sie unten liegen, auch dort zu entfernen. "Verbessern kann man die Stellen am Baum mit weißem Kalk, den man über die Rinde streicht", so die Pflanzenärztin. Der Baumschnitt ist außerdem wichtig.

"Solche Rosen bekommt die Gärtnerin", sagte sie lachend, als Roland Schmidt aus Plauen ihr einen vertrockneten Rosenzweig reichte. Schon das zweite Jahr habe er das Problem mit den Kletterrosen, die an einer Trockenmauer wachsen. "Das sieht nach Hitze- oder Verbrennungsschaden aus", so Bartholomay. Sie empfahl Mulchen oder noch besser einen Standortwechsel. "Für Trockenmauern ist die Rose nicht so geeignet. Suchen Sie ein anderes Plätz'l aus." Die Sommerhitze scheint so einigen Gartenfreunden im Vogtland Sorgen zu machen und das nicht nur, weil man regelmäßig und viel gießen muss. Helma Bartholomay zeigte einige Tomaten und Paprika mit braunen Stellen, die Ratsuchende hier gelassen hatten. "Das deutet auf Sonnenbrand hin."

Ein großes Problem ist die Flechte

Lausbefall bescheinigte sie einem Plauener Ehepaar, das einen Zweig eines Johannesbeerstrauches aus der Plastiktüte zog. Die Blätter sahen verkräuselt aus- "Stecken Sie ihn gleich wieder rein", empfahl die Fachfrau. Sonst könnten sich die Läuse ausbreiten. Sie empfahl Mittel zum Sprühen. Aber kein starkes Unkrautvernichtungsmittel. "Man muss nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen." Ein weiteres Problem bei roten Johannesbeerpflanzen ist die Flechte. "Das ist nur äußerlich", so Helma Bartholomay. "Ich stelle immer wieder fest, es wird zu wenig geschnitten." Regelmäßiger Astschnitt sei deshalb wichtig. Die Schadstellen könne man indes abbürsten. Wenn man außerdem eine Aufhellung der Blätter erkennt, deutet das auf Stickstoff- oder Eisenmangel hin. So wie bei der Heidelbeere ist auch hier saure Erde wichtig.

Anke Bauer von der gleichnamigen Gärtnerei im Dorf nahe der Pöhl zeigte sich zufrieden ob des Besucherstromes. "Die Sprechstunde wird gerne angenommen von den Leuten. Die Pflanzendoktorin kommt jedes Jahr einmal. Das ist schon zur schönen Tradition geworden." Bewährt hat sich die Sommerzeit, denn im Frühjahr, als man auch schon mal eine Sprechstunde mit der MDR-Radiogärtnerin hatte, sind die Leute eher mit Pflanzenkauf beschäftigt. Offensichtlich treten die Probleme erst vermehrt im Sommer auf. Zeitweise waren am Samstagvormittag Parkplätze rar. Und die Gartenfreunde kauften auch so einiges an Grün für ihren eigenen Garten. Was gerade angesagt ist? "Jetzt ist Staudenzeit, es geht auch langsam los mit Obst- und Beerengehölzen", so Anke Bauer, die außerdem vor einigen Jahren die Idee zur Doktorsprechstunde hatte. In der Gärtnerei findet man ein vielfältiges Angebot. An den vielen Blumen und den umher schwirrenden Insekten hat auch die Gärtnereifamilie Bauer selbst ihre Freude.



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