Plauen bereitet 17.000 Bürger auf Evakuierung vor

Blindgängerverdacht Der Countdown läuft: Vorbereitung am Freitag, Freilegung und Untersuchung am Samstag

Plauen. 

Plauen. An der Syra- und auf der Bleichstraße in Plauen werden auf Baustellen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. "Es wird in diesen Stunden bereits alles vorbereitet und es wird soweit gegraben", teilt die Stadtverwaltung mit. Keine Angst: Die beiden Verdachtsgegenstände werden heute noch nicht komplett frei gelegt. Das wird erst am Samstag geschehen. Und entscheidet sich, ob die Evakuierung von 17.000 Bürgern notwendig ist. Mehrfach taucht die Frage auf, warum nicht schon am Freitag klar ist, ob die verdächtigen Gegenstände tatsächlich Bomben sind und vielleicht sogar schon alles "über die Bühne gehen könnte" beziehungsweise mitgeteilt werden kann, ob die Evakuierung am Samstag stattfindet. Die Einsatzleiterin antwortet wie folgt: "Es handelt sich dieses Mal um mehrere verdächtige Gegenstände und bei der Syrastraße sogar um eine größere Fläche, die voruntersucht werden muss. Das muss vorsichtig und Stück für Stück im Beisein des Kampfmittelbeseitigungsdienstes geschehen. Das dauert. Daher werden diese verdächtigen Elemente am Freitag nur angegraben. Das bedeutet, es wird alles so weit freigelegt, dass die Gegenstände noch etwa einen halben Meter mit Erde bedeckt sind und so sicher eine Nacht liegen bleiben können", informiert Einsatzleiterin Anja Ullmann.

Es handelt sich wahrscheinlich um 250-Kilo-Blindgänger

Das Vorgehen ist übrigens vollkommen "normal". Denn es handelt sich im Ernstfall um 250-Kilo-Blindgänger. Nach Einschätzung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes können beim Freilegen von Verdachtspunkten, bedingt durch den vorgefundenen Zustand der Bombe, Umstände eintreten, die ein sofortiges Handeln erforderlich machen. "Das hätte dann zur Folge, dass die Evakuierung sofort, noch am Freitag erfolgen müsste. Das könnte dann auch am Freitag erst am späten Nachmittag so weit sein und bis in die Nachtstunden oder sogar bis in die Morgenstunden dauern. Ich kann versichern, dass sich die Verantwortlichen die Entscheidung über die zeitliche Abfolge nicht leicht gemacht haben. Es mussten alle Eventualitäten bei der Entscheidung berücksichtigt werden", betont Anja Ullmann. Die Anspannung ist riesig. Hinzu kommen die besonderen Hygienevorschriften, die in Zeiten von Corona einzuhalten sind. Und es sind alleine sechs Pflegeheime betroffen, auch für diese Menschen sollte die Evakuierung zumutbar sein. Am Samstag müssen zum einen weder Schulen noch Kindertageseinrichtungen evakuiert werden. "Zudem sind die zeitlichen Spielräume für eine mögliche großräumige Evakuierung größer und es dauert hoffentlich nicht bis in die Nachtstunden", fiebert Anja Ullmann mit den Einsatzkräften. Etwa sechs Stunden, so kalkulieren die Verantwortlichen, dürfte es dauern, bis 17.000 Menschen die Sperrzone verlassen haben. Ein Teil der über 500 Einsatzkräfte ist übrigens ehrenamtlich tätig. Diese Leute wären unter Woche nicht in dieser Intensität verfügbar.

Update: Inzwischen wurde bekannt, dass es sich bei den metallischen Gegenständen nicht um Bomben handelt.