Plauen hat endlich wieder einen Mietspiegel

Wohnstandort Jetzt kann jeder ausrechnen, ob die Miete passt

Plauen. 

Plauen. Der Mietspiegel für Plauen ist online! Zwei Jahre haben die Verantwortlichen geackert. Jetzt können sich die Mieter in Plauen bei horrenden Erhöhungen auf das Papier berufen. Auch für die Vermieter ist der Mietspiegel eine gute Sache. Zum Beispiel bei Modernisierungen und Investitionen bekommt der Vermieter eine rechtliche Sicherheit. Dabei gilt Plauen unter den großen Städten in Sachsen als Glücksfall.

Zwei Großvermieter der Region haben ihren Sitz in Plauen

47 Prozent aller Wohnungen werden von der Wohnungsbaugesellschaft (WbG) und der AWG Wohnungsgenossenschaft vermietet. Weil WbG und AWG als die beiden größten Vermieter im Vogtland ihren Sitz auch in Plauen haben, ist der Wohnungsmarkt in der Spitzenstadt besonders stabil. Über 10.000 Wohnungen bewirtschaften diese beiden Stabilisatoren. Marlies Hager vom Vogtländischen Mieterverein hatte zuletzt in Plauen trotzdem von großen Problemen mit einem auswärtigen Vermieter berichtet. Weil die Mieter in solch einem Fall dann in Plauen sehr viele attraktive, seriöse Alternativen finden, dauern derartige Schwierigkeiten meistens nicht lange an.

Bürgermeister Tobias Kämpf bedankt sich bei Marlies Hager

Sozialbürgermeister Tobias Kämpf bedankte sich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit bei Marlies Hager, die mit ihrem Verein im Vogtland für 2.000 Mieterhaushalte kämpft. "Plauen hatte einst den ersten qualifizierten Mietspiegel und nach vielen Jahren Desinteresse ist die Spitzenstadt auch jetzt wieder gut aufgestellt", ließ die Vereinsvorsitzende wissen. Der Wohnstandort Plauen ist übrigens eigentlich nur für die Mieter wirklich lohnenswert. Es gibt ganz wenige Orte in Deutschland, wo man so preiswerten Wohnraum findet. Aber Vorsicht! Preiswerter Wohnraum kann auch ganz oft Mängel und Nachteile haben. Das geht beim Dachschaden, der Wärmedämmung, der Heizung und im Sanitärbereich los und hört beim Schimmel im Keller oder der veralteten Elektrik auf. Marlies Hager wird nicht müde: "Es ist nicht alles toll in den Mietverträgen in der Region. Auch in Plauen nicht. Sonst hätten wir nicht so viel Arbeit." Prinzipiell aber kann sich Plauen mit dem qualifizierten Mietspiegel sehen lassen.

Neu ist der Onlinerechner

Unter www.plauen.de/mietspiegel erfährt man die durchschnittlichen Mietpreise, die als monatliche Netto-Kaltmiete (Grundmiete) in Euro pro Quadratmeter Wohnfläche ausgegeben werden. Wer den Onlinerechner nutzen möchte, um mal zu schauen: "Benötigt werden dazu einige Angaben, die viele Mieter bereits vorliegen haben." Eingeben muss man Adresse, Baujahr sowie Größe und Ausstattung der Wohnung. Nach Eingabe dieser Daten in den Online-Mietspiegelrechner, erhält man die durchschnittliche Monatsmiete, die gemäß den Angaben maximal erhoben werden darf. Gültig ist der Mietspiegel bis 2027, dann muss er neu aufgestellt werden. Im Jahr 2025 erfolgt bereits eine Aktualisierung. Zusätzlich zum Online-Mietenrechner gibt es auch eine Mietspiegelbroschüre, mit der die durchschnittliche Miete ermittelt werden kann. Grundlage für die Erstellung des Mietspiegels war eine repräsentative Stichprobe nicht preisgebundener Wohnungen im Stadtgebiet Plauen. Von August bis Dezember 2023 wurden die Daten von 4.000 Haushalten erhoben. Dafür mussten Mieter und deren Vermieter Fragebögen ausfüllen.

Stadtrat hat zugestimmt

Den Plauener Mietspiegel erarbeitet haben Steffen Kretzschmar und Bianca Aurich von der Stadtverwaltung. Beteiligt war auch der Verein Haus & Grund e.V., der viele Vermieter vertritt. Alle Beteiligten an einen Tisch und dann noch mit einer bundesweit agierenden Agentur konstruktiv zusammenzubringen, das war die große Herausforderung. Plauen hat's geschafft. Der Stadtrat stimmte am 4. Juni zu. Ganz viele andere Städte haben noch keinen Mietspiegel, der vom Gesetzgeber neuerdings gefordert wird.

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